2007 September

Schwesterherz

R: Ed Herzog, D: Heike Makatsch, Anna Maria Mühe, Ludwig Trepte, Sebastian Urzendowsky, Marc Hosemann, Start: 6.9.

Offenbarungseid am Ferienstrand:
Heike Makatsch + Anna Maria Mühe

Drama Anne (Heike Makatsch) ist es gewohnt, die Dinge in den Griff zu bekommen. Ihr Freund Phillip (Marc Hosemann) ist da aus ganz anderem Holz. Der 35-Jährige möchte sich nicht festlegen und lieber seine Jugend durch Partys und Spiele auf ewig verlängern. Bei Anne wächst die Verbitterung über ihren unzuverlässigen Freund, der keine gemeinsame Zukunftsplanung zulässt. Dass Anne schwanger ist und desillusioniert bereits den Abtreibungstermin festgelegt hat, hat sie Phillip verschwiegen. In dieser Krisenstimmung kommt die gemeinsame Reise von Anne und ihrer jüngeren Schwester Marie (Anna Maria Mühe) reichlich unpassend. Doch da Anne wie immer funktioniert und ihre Probleme für sich behält, spielt sie für ihre jüngere Schwester lieber die attraktive Powerfrau. Dabei merkt sie gar nicht, dass ihr Bestreben, alles und jeden unter Kontrolle zu haben, im Urlaub immer absurdere Formen annimmt. Die Situation spitzt sich zu, als die beiden Schwestern am Strand in Spanien zwei junge Männer aus Deutschland kennenlernen. Mit sicherem Gespür für sein Sujet thematisiert der Film das Dilemma einer Frauengeneration, die im Beruf ihren männlichen Kollegen durch höhere Leistungen Paroli bieten muss, gleichzeitig einem von Jugend- und Schönheitswahn bestimmtem Körperbild genügen soll und bei all den Anforderungen Gefahr läuft, sich als Frau und Mensch zu verlieren. Drehbuchautorin Heike Makatsch hat sich ihre Rolle auf den Leib geschrieben und ihre Figur, trotz einiger Stereotypen, lebendig gestaltet. Dass sie dabei den Charakter schonungslos offenlegt, Mut zu unsympathischen Zügen zeigt und ihn dennoch in seiner ganzen Verletzlichkeit und Problematik nie seiner Würde beraubt, macht den Film zu einem sehenswerten Frauenporträt. -ic