2007 September

Volker Kutscher: Der nasse Fisch

Kiepenheuer & Witsch, 496 S., 19,90 €

Test-Credit mit Sucline sehr lang rlf mweofkmwefoö (lmköovkm)

Roman Gleich zu Beginn wird der Leser Zeuge eines grausigen Schauspiels. Ein brutal gefolterter Gefangener schafft es mit allerletzter Kraft, an eine in seiner Jacke versteckte tödliche Kapsel zu gelangen, die er schluckt, um sein Geheimnis mit ins Grab zu nehmen. Erst danach lernt man den Protagonisten, Kriminalkommissar Gereon Rath aus Köln, kennen. Dieser wurde nach einem umstrittenen Polizeieinsatz zur Sitte nach Berlin versetzt, wo er sich mit Razzien in illegalen Nachtclubs und dem Ausheben eines Pornografierings herumschlagen muss, obwohl es ihn eigentlich in die Mordkommission zieht. Eines Nachts taucht ein randalierender Russe vor seiner Haustür auf, der kurz darauf tot aus dem Landwehrkanal gezogen wird. Die Mordkommission tappt völlig im Dunkeln. Der „Sittenbulle“ Rath beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, nicht ahnend, was für eine Lawine er da ins Rollen bringt. Kutscher wählt als historischen Hintergrund für seinen Thriller das Berlin des Jahres 1929 und lässt den Kommissar in die Welt des organisierten Verbrechens und der Waffenschieberei eintauchen, als Kommunisten für Unruhe sorgen und Nazis langsam an Macht gewinnen. Mit der Figur des Gereon Rath hat der Autor alles andere als einen Vorzeigepolizisten geschaffen. Er trifft Fehlentscheidungen, paktiert mit Verbrechern, kann aber dennoch Gut und Böse unterscheiden. Kutscher versteht es, durch unerwartete Handlungsumschwünge die Spannung bis zum Schluss zu erhalten.     –md