2008 August

Ian McEwan: Der Zementgarten

Der Hörverlag, 2 CDs, 19.95 €

Hörspiel Was passiert, wenn vier Kinder im Alter zwischen sechs und 16 Jahren erst den Vater durch einen plötzlichen Herzinfarkt verlieren und kurz danach die Mutter an Krebs stirbt? Sie haben Angst davor, ins Waisenhaus zu kommen. Um das zu verhindern, beschließt Jack mit seiner älteren Schwester Julie und der Zustimmung der jüngeren Geschwister Sue und Tom, die Mutter in einer Zementkiste im Keller zu verbuddeln. Da gerade die Sommerferien angefangen haben, reduzieren die Kinder ihre ohnehin schon sehr spärlichen Sozialkontakte auf ein Minimum. Dafür brodelt es umso mehr in den eigenen vier Wänden. Jack, der 15-jährige Erzähler der eigenwilligen Geschichte, hat gerade die Sexualität für sich entdeckt, und wenn er nicht onaniert, versucht er Julie zu imponieren. Sue hat sich längst von den sexuellen Spielen, die die beiden Älteren an ihr ausprobieren, in eine Welt der Bücher geflüchtet, und Tom, der jüngste im Bunde, entwickelt sich immer mehr zum Baby. Zu allem Überfluss reißt auch noch der Zement im Keller und das Haus füllt sich mit einem übel riechenden Verwesungsgeruch. Das alles erzählt Paul Herwig als Jack in einer so unaufgeregten Weise, dass der Hörer genügend Zeit hat, in den Kosmos der Kinder zu blicken, bis alles zerbricht.  Eine gelungene Hörspielinszenierung eines mehr als gelungenen Romans. Ideal, um in einer ganz kurzen Zeit in eine ganz andere Welt einzutauchen. -iwa