Ausgabe Juni 2017

Besondere Veranstaltungsorte: Teil 1

Egal ob Kirche, Freistaat oder Volksbühne – die Domstadt weiß kulturell zu überzeugen.

Foto: Axel Hartmann

Als eine von vier deutschen Millionenstädten hat Köln natürlich auch kulturell einiges zu bieten und ist im stetigen Wandel, was das kulturelle Angebot betrifft. Neben herkömmlichen Clubs und Theatern gibt es Veranstaltungsorte, die besonders sind, sei es nun durch ihr außergewöhnliches oder vielfältiges Angebot, die Besonderheit der Örtlichkeit oder Ähnliches. Diese Locations werden in einer dreiteiligen Reihe vorgestellt.

Kulturkirche Ost
Die Auferstehungskirche in Köln-Buchforst ist ein 1968 eingeweihter evangelischer Kirchenbau, der von den Architekten Georg Rasch und Winfried Wolsky gestaltet wurde. Das von dichter Bebauung geprägte Buchforst steckt bei allzu vielen Kölnerinnen und Kölnern noch immer in der Schublade „Sozialer Brennpunkt“ fest. Die GAG Immobilien AG wollte dieses Bild von Buchforst ändern. Erstmals in ihrer Geschichte übernahm die GAG 2008 auch aus diesem Grunde die Trägerschaft für ein Gotteshaus, restaurierte es in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege und etablierte die Auferstehungskirche unter dem Namen Kulturkirche Ost als lebendigen Veranstaltungsort. Mit mehr als 30 Veranstaltungen im Jahr belebt die Kulturkirche den Stadtteil nachhaltig und lockt Kulturliebhaber aus ganz Köln und Umgebung ins Rechtsrheinische. Als stimmungsvoller Präsentationsraum für Kunstausstellungen ist der denkmalgeschützte Kirchenbau einzigartig in der Domstadt, ebenso als atmosphärischer Konzertort mit einer hervorragenden Akustik, was bereits Musiker wie Köster & Hocker, Klaus der Geiger, Buck Wolters oder Anfang Juni Eric Andersen unter Beweis stellten bzw. stellen werden. Von Februar bis Dezember werden unter anderem an jedem ersten Samstag des Monats handverlesene Kultfilme gezeigt. Umrahmt wird die Gratis-Veranstaltungsreihe von einer Einführung zu Beginn und einer anschließenden Diskussion mit dem Kulturjournalist Jürgen Kisters. Dieser stellt auch das Programm der Filmreihe zusammen. Am 3. Juni wird der John-Ford- Klassiker „Der schwarze Falke“ mit John Wayne in der Hauptrolle gezeigt. Außerdem steht das Haus weiterhin der evangelischen Gemeinde für ihre Gottesdienste zur Verfügung.
Kopernikusstr. 32/34 (Buchforst), Tel. 201 12 42, www.kulturkirche-ost.de

Odonien
Mit diesem Freistaat für Kunst und Kultur hat der Künstler Odo Rumpf 2005 eine einzigartige Verbindung aus Freiluftatelier, Werkstatt, Veranstaltungsort und Kulturzentrum geschaffen. Zwischen Eisenbahntrasse und Europas größtem Eroscenter gelegen, besticht das Gelände durch seinen eigenwilligen Charme. Veranstaltungshallen, die Werkstatt des Künstlers, ein riesiges Fundstücklager, eine Freiluftbühne und ein reich bepflanzter Biergarten mit skurrilen Metallskulpturen bieten ein Ambiente aus Industriekultur und Improvisationskunst, wie es in Köln einzigartig ist. Neben künstlerischen und sozialen Projekten ist der Freistaat auch im Party- und Konzertbereich etabliert. Ob Kunst oder Kultur, Festival oder Flohmarkt, Rock oder Rave: Hier ergänzen sich Kommerz, Kunst und soziale Projekte zu einem ausgewogenen Ganzen.
Hornstr. 85 (Nippes/Ehrenfeld), Tel. 972 70 09, www.odonien.de

Kulturkirche Köln
Mehr als siebzig Konzerte und Lesungen finden jedes Jahr in der Kulturkirche Köln statt. Damon Albarn, Ed Sheeran, Queens of the Stone Age, Nils Landgren, Bob Geldof, Katzenjammer, Ten Years After oder Franz Ferdinand: Sie alle waren schon da und haben den besonders intimen Rahmen für exklusive Konzerte genutzt. Daneben sind kölsche Größen wie Brings, Gerd Köster und Frank Hocker oder Köbes Underground regelmäßige Gäste. Rund 400 Gäste fasst der Raum der neogotischen Kirche in Nippes, die eigentlich Lutherkirche heißt und zur Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes gehört. Seit 15 Jahren finden hier Veranstaltungen statt. Von Anfang an lebte das Projekt von großem ehrenamtlichem Engagement, die Gemeinde steht hinter der Idee, freut sich über prominente Gäste und profitiert vielfach für die gesamte Gemeindearbeit.
Siebachstr. 85 (Nippes), Tel. 97 31 03 25, www.kulturkirche-koeln.de

Volksbühne am Rudolfplatz
Nach der Umbenennung des Millowitsch- Theaters in Volksbühne am Rudolfplatz und einer umfangreichen Renovierung existieren hier seit 2015 Traditionelles und Neues einträchtig unter einem Dach. Das vielfältige kulturelle Programm bietet Veranstaltungen aus den Genres Theater, Musik, Literatur, politisches Kabarett, Comedy und Kleinkunst. In dem Theatersaal, der 402 Plätze hat, traten schon Größen der Kölner Musikszene wie die Bläck Fööss, Kasalla oder Cat Ballou auf. Auch Ilja Richter, Katja Ebstein oder Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys spielten hier schon. Das Genre Theater wird vertreten durch zeitgenössische Inszenierungen, wie z. B. „Schuld und Sühne“ von Aydin Isik. Vertreter der Gattungen Kabarett und Comedy treten unter anderem im Rahmen des „Köln Comedy Festivals“ und des „Streithähne-Festivals“ auf.
Aachener Str. 5 (Belgisches Viertel), Tel. 272 73 70, www.volksbuehne-rudolfplatz.de

Hier geht es zu Teil 2 unserer Reihe!

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