Ausgabe Juni 2017

Bunte Vielfalt in Köln

Die 26. CSD-Demonstration steht für Gleichberechtigung, Freiheit und gegen Diskriminierung und Verfolgung sexueller Minderheiten.

Foto: Sebastian Winand

Es ist wieder so weit! Lesben, Schwule, Queers, Bi-, Trans- und Intersexuelle (kurz: LSQBTI) aus aller Welt pilgern nach Köln, um gemeinsam auf der nun 26. CSD-Demonstration für ihre Rechte und Interessen einzustehen. Die Kölner Parade ist die größte LSQBTI-Demonstration Europas und gleichzeitig das Finale des dreitägigen CSD-Straßenfestes, die in den ColognePride eingebettet ist.

Geschichte des CSD

Am 28. Juni 1969 lehnten sich erstmals Homosexuelle in der Christopher Street in New York gegen Polizeiterror und staatliche Willkür auf. Die Polizei hatte zuvor immer wieder Razzien gegen Homosexuelle durchgeführt. In den 70er Jahren veranstaltete man in Deutschland Straßenumzüge zur Erinnerung an dieses Ereignis, die man bald als Christopher Street Day bezeichnete. Die ersten Proteste in Köln gab es 1973. Man verteilte Flyer auf der Schildergasse. Während beim ersten CSD 1991 nur einige hundert Teilnehmer_innen gegen gesellschaftliche Diskriminierung und für die Akzeptanz ihrer Lebensform demonstrierten und nur wenige tausend Besucher_innen den Straßenrand säumten, wuchs das Straßenfest schnell zu einem Großereignis an. Mitte der 90er reihte sich der CSD neben Karneval und Ringfest ein und zählte so zu den drei größten Veranstaltungen in der Rheinmetropole. Aus dem Ereignis auf der Christopher Street entstanden eine völlig neue Emanzipations- und Bürgerrechtsbewegung sowie eine weltweite politische Massenbewegung.

Foto: Jörg Brocks

Cologne Pride

Die Kraft und die Energie der Kölner Szene, wie sie sich zum EuroPride 2002 offenbarte, veranlassten die Veranstalter_innen dazu, den traditionellen CSD um die Facette ColognePride zu erweitern und damit ein „Dachlabel“ zu etablieren. Dabei ist neben dem Ausdruck der Lebensfreude und des Stolzes der Teilnehmer_innen und Besucher_innen besonders die politische Aussage, wie sie sich auch im Motto äußert, wichtig. Darin spiegelt sich jedes Jahr ein anderes drängendes Thema zur weiteren Verbesserung der Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in unserer Gesellschaft. Das diesjährige Motto lautet: „Nie wieder“, da sexuelle Minderheiten nie wieder diskriminiert und verfolgt werden sollen.

Foto: Veranstalter

CSD-Straßenfest am Wochenende

Das CSD-Straßenfest punktet drei Tage lang mit einem ausgefallenen Programm. Man kann sich bei extravaganten Bühnenauftritten von Stars und Sternchen amüsieren und sich politisch bilden, indem man informative Redebeiträge und leidenschaftliche Diskussionsforen verfolgt. Zudem versorgen Infostände interessierte Passanten und jene, die es mal werden wollen, mit vielseitigem Infomaterial. Kulinarische Besonderheiten lassen sich an einer Fülle von Essensständen entdecken.

Foto: Jörg Brocks

CSD-Demonstration am Sonntag

Den traditionellen Höhepunkt des ColognePride bildet natürlich wieder die CSD-Demonstration. Bisexuelle und Transgender setzen ein demonstratives Zeichen für ihre berechtigten Interessen, indem sie sich in einen bunten Zug durch die Kölner Innenstadt einreihen. Dabei können sich die knapp 150 extravaganten Wagen und Fußtruppen wahrlich sehen lassen. Die besten Einfälle werden bei der Abschlusskundgebung auf der Mainstage durch eine Jury honoriert: Sie dürfen im nächsten Jahr frei wählen, welchen Platz sie in der Parade haben wollen. Einig ist man sich darüber, wer sich nicht einreihen darf. Man denke nur an 2003, als Pro- Köln am Umzug teilnehmen wollte – sie wurden von der Parade ausgeschlossen. Insgesamt rechnet man mit rund 800.000 Zuschauern, denen – anders als beim Karneval – Infoflyer und Kondome zugeworfen werden.

Foto: Sebastian Winand

Demo-Route

Um 12 Uhr stellt man sich auf der rechtsrheinischen Mindener Straße auf, dann verläuft die Demostrecke über folgende Stationen: 1. Deutzer Brücke, 2. Heumarkt, 3. Gürzenichstraße, 4. Schildergasse, 5. Neumarkt, 6. Pastor-Könn-Platz, 7. Apostelnstraße, 8. Ehrenstraße, 9. Friesenwall, 10. Magnusstraße, 11. Zeughausstraße, 12. Burgmauer, 13. Komödienstraße, 14. Marzellenstraße und 15. An den Dominikanern. Der Auflösungsbereich wird durch die Domprobst-Ketzer- Straße/Unter Sachsenhausen markiert. Die Parade endet also nahe dem Wahrzeichen Kölns: dem Dom. Dort wird zum Abschluss des Umzugs all jener gedacht, die an HIV gestorben sind. Andrea Rebb

Foto: colognepride.de

CSD Köln 7.-9.7., CSD-Demonstration 9.7., 12-15h, div. Orte, www.colognepride.de

Ihr findet Koelner.de auch auf Facebook. Wir freuen uns über ein Like!