Ausgabe November 2012

Fran: Frantastic

Stil vor Talent, VÖ: 2.11.

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Pop/Electronica Sehr abwechslungsreich kommt das erste Soloalbum von Fran daher. Bisher war die 33-jährige Psychologin durch ihre verträumten House-Kollaborationen wie „Hypnotized” oder „Still” mit Ehemann Oliver Koletzki bekannt. Auch ein ganzes Album namens „Lovestoned” entstand zusammen mit ihrem Liebsten. Doch es war nun an der Zeit für die u.a. in Berlin und London aufgewachsene Gesangsautodidaktin, ein komplett eigenes Album zu machen, das mithilfe von Produzent Oded K.dar Wirklichkeit wurde. Es musikalisch in eine Schublade zu stecken, ist schier unmöglich – eine Mixtur aus Pop, Electronica und Folk trifft es wohl am besten. Da wäre z.B. „Sunglasses”, das zwischen Down- und tanzbaren Beats wechselt. Oder der Titeltrack, bei dem Fran ihre oft lieblich klingende Stimme in einen fordernden Sprechgesang verwandelt. „Zen Dance” und „The Spell” erinnern an die Housearrangements eines Koletzkis. „Psychoanalysis” ist sicherlich eines der Highlights von „Frantastic”. Verzerrte Gitarren, minimalistische Drums und mystische Synthies erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre. Auch „Cheesecake Mountain” geht nicht so einfach an einem vorbei. Zu fast bedrohlich klingenden Tönen zeigt die Musikerin, wie ausdrucksstark und variabel ihre Stimme ist. Hier fühlt man sich zeitweise an Björk oder Kate Bush erinnert. „Auch bei „Scratch a Goodbye” spielt sie mit der Intonation, verbreitet hier allerdings eine warme Atmosphäre, die die ideale Vorbereitung auf die Schlussnummer „Summer” bietet. Passenderweise wurde letzterer Song auf dem Balkon von Fran mit Spielzeug-Drum-Machine und Ukulele aufgenommen. -ds