Ausgabe Dezember 2012

Beasts of the Southern Wild

USA 2012, R: Benh Zeitlin, D: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Jonshel Alexander, Start: 20.12., Cinenova, Odeon

Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) trotzt den Elementen
Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) trotzt den Elementen

Drama Die sechsjährige Afroamerikanerin Hushpuppy wächst in der wilden Gemeinschaft von Aussteigern und Außenseitern auf, die sich in die unzugängliche Sumpflandschaft am Rande von New Orleans zurückgezogen haben. Das kleine Mädchen wird von seinem alleinerziehenden Vater Wink zu einem Freigeist erzogen. Wie die übrigen Bewohner des verwunschenen Refugiums Bathtub leben die beiden in einer selbst zusammengezimmerten Behausung, schlachten sich ihr Essen selbst und führen auch sonst ein Leben in der Natur, jenseits gesellschaftlicher Normen. Während Wink sich immer wieder alkoholgetränkte Auszeiten nimmt, erkundet das kleine Mädchen alleine die Sumpflandschaft. Ihre Fantasie, mit der sie sich die Welt zu erklären versucht, wird zum magischen Erzählmotor für den Film, den Regisseur Benh Zeitlin in ebenso fantastische wie berauschende Bilder packt. Von dem Wunsch nach einem archaischen Leben, von Anarchie und Freiheit wird hier erzählt, aber auch vom Verlust der eigenen Heimat, dem nackten Kampf ums Überleben. Der nimmt dramatische Formen an, als die große Flut in der Folge des Wirbelsturms kommt und das Wasser über die kleine Kolonie hereinbricht. Tod, Zerstörung und Vertreibung sind die Folgen, aber inmitten der ökologischen Katastrophe blüht auch die Hoffnung. Hushpuppy, die mit ihrem unbändigen Überlebenswillen auch vor mythischen Monstertieren nicht zurückschreckt, wird zur Symbolfigur für einen Neuanfang. Der Regie gelingt hier ein atmosphärisch ungeheuer dichter Film, der Kunst und Natur perfekt vereinigt und mit dem Mädchen Quvenzhané Wallis in der Rolle des vitalen Wildfangs Hushpuppy zudem mit einem charismatischen Leinwand-Phänomen aufwarten kann. Besser kann das Kinojahr nicht enden. -nr