Ausgabe Januar 2013

Ganz schön aufgemöbelt

imm cologne und LivingKitchen zeigen die neuesten Trends.

Rolf Benz, Sinus (Stühle)/CoSinus 1 (Tisch); Design: Kai Stania/This Weber
Foto: Angelika Lorenzen; Koelnmesse
Rolf Benz, Sinus (Stühle)/CoSinus 1 (Tisch); Design: Kai Stania/This Weber
Foto: Angelika Lorenzen; Koelnmesse

Die Gestaltung der eigenen vier Wände ist mittlerweile genauso stark Trends unterworfen wie die Wahl des richtigen Outfits. Ein ganz wichtiger Termin für Wohnprofis und Hobbyeinrichter steht praktischerweise bereits zu Jahresbeginn auf dem Plan: Die Internationale Möbelmesse, kurz imm cologne. Vom 14. bis zum 20.1. 2013 bringen rund 1.200 Aussteller aus 54 Ländern über 100.000 Möbel und noch mehr Einrichtungsgegenstände an den Rhein. Mehr als ein Drittel davon, versprechen die Veranstalter, seien absolute Neuheiten.

Individualität und Natürlichkeit

Ein wichtiger Aspekt, der auch im Zusammenhang mit Einrichtung immer wieder genannt wird, ist Individualität bzw. Individualisierung. Wollte man noch vor wenigen Jahren etwa ein Sofa kaufen, zeigte einem der Möbelhändler in der Regel ein paar fertige Modelle, zwischen denen man sich entscheiden musste. Heute hingegen gehen viele Möbelgeschäfte und Internetportale auf die persönlichen Kundenbedürfnisse ein. Je nach Lebensumständen, Farbvorlieben etc. kann der Kunde sich per Baukastensystem sein ganz persönliches Wohlfühlsofa erstellen. Solche Neuerungen entsprechen ganz dem Phänomen „Homing”: Als Gegenpol zur immer hektischer werdenden Arbeitswelt entsteht das verstärkte Bedürfnis nach Geborgenheit und optimalem Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden. Ein Megatrend, der wohl auch künftig weiter anhalten wird. In diesem Zusammenhang beobachten Fachleute noch ein weiteres Phänomen, nämlich die verstärkte Nachfrage nach natürlichen Materialien, wie Holz, Kork und Leder. Ein Gegenpol zur hochtechnisierten Businesswelt mit ihren immer neuen Smartphones, E-Readern und Tablet-PCs. Unter den Hölzern sehr gefragt ist übrigens die gute alte Eiche. Nachdem der Begriff „Eiche rustikal” bei Einrichtungsprofis lange Zeit Fluchtinstinkte auslöste, ist hier plötzlich „retro” angesagt. Heute kommt das massive Holz allerdings in stylischen Designs daher, die mit „Gelsenkirchener Barock” wirklich nichts mehr zu tun haben.

Von der Lampe bis zum Sofa

Jedes Mal aufs Neue fiebern Fachwelt und Endverbraucher voller Spannung den Produktneuheiten und Trends der internationalen Marktführer entgegen. Allzu viele Details werden vor Messebeginn natürlich nicht bekannt gegeben, aber so viel sei verraten: Neben besagter Individualität spielen Nachhaltigkeit und „intelligentes Wohnen” eine große Rolle. So auch am Stand von B&B Italia, wo u.a. die Linien Tobi-Ishi, Husk, Mini Papilio, Theo und Maxalto präsentiert werden. Neben recycelten Materialien setzen diese auf umweltschonende Prozesse und eine leichte, schlichte Bauweise. Material- oder Farbtrends spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle, dafür wird mit speziellen Finishings gearbeitet, die die vorhandenen Bauweisen und Materialien betonen.
Das für seine kultigen Sofas bekannte deutsche Unternehmen Bretz Wohnträume kündigte zwei seiner Neuheiten bereits ganz konkret an: die Modelle „Napali” und „Salt”. Diese stehen stellvertretend für das Motto „Jäger und Sammler”. Es bezeichnet eine Mischung aus Extravaganz und Nostalgie auf der Suche nach Einzigartigkeit. Auch Funktionalität spielt eine Rolle, wird aber subtiler umgesetzt als bei altbekannten „Funktionsmöbeln”. Auch der Bereich Wohnaccessoires ist gut vertreten, etwa mit der Firma Koziol. Diese stellt anlässlich der imm cologne ihre neue Lampenkollektion vor. Highlights sind die neuen Pendelleuchten „Stella XL” und „Reed”. Mit diesen und anderen Lichtobjekten will das Erbacher Unternehmen zeigen, wie man mit der richtigen Beleuchtung Wohngefühl und Atmosphäre beeinflussen kann.
Weitere Neuheiten sind z.B. die innovativen Designs von Creation Baumann, die hochwertige innovative Textilien für Vorhänge und Systeme für die textile Inneneinrichtung entwerfen, sowie überraschende Varianten des Boxspring-Bettes, die der international erfolgreiche Bettenhersteller Hilding Alders zeigt.

Küchentrends auf der LivingKitchen

Eine eigene Abteilung innerhalb der Messe bildet schon seit Jahren die „LivingKitchen”. Hier zeigen dieses Mal 160 Aussteller aus 18 Ländern die aufregendsten Neuheiten aus den Bereichen Hausgeräte- und Küchenmöbel. Bei den Trends zeigen sich viele Parallelen zur „großen Schwester” imm: Es spielen etwa Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine große Rolle. So zählt beim Kauf eines neuen Kühlschrankes – dessen Leistung rund ein Viertel des Stromverbrauches in einem Privathaushalt ausmacht – zunehmend die Energie-Effizienz-Klasse. Auch der Einsatz von LED-Leuchten sowie Werkstoffe wie Glas, Keramik und Holz setzen sich immer mehr durch. Wichtige Kaufelemente sind – neben der ansprechenden Optik – auch Nachhaltigkeit und natürliche Anmutung. Parallel dazu gibt es allerdings ebenfalls einen etwas gegenläufigen Trend: Bei Einbauküchen zeigen einige Hersteller ganz bewusst Mut zur Farbe. Doch egal ob bunt oder dezent, der Kunde von heute mag es stimmig bis ins Detail. Deshalb sind Küchengeräte gefragt, die bestimmte optische Merkmale der Möbel aufgreifen und sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Zudem geht der Trend zum „intelligenten Hausgerät”. Vernetzung und Steuerung über Smartphone oder Tablet-PC sind längst nicht mehr wohlhabenden Technikfreaks vorbehalten, Komfort und einfache Bedienung sind auch bei der breiten Masse gefragt. Ein Punkt, an dem sich LivingKitchen und imm begegnen, ist der Trend zur offenen Wohnküche. Der Konsument verlangt heute verstärkt nach Lösungen, die Kochen und Wohnen optimal – also funktional und dennoch optisch ansprechend – verbinden. Diesem Wunsch kommen mittlerweile fast alle Küchenmöbelhersteller nach.
Daniela Abels

imm cologne, Koelnmesse, 14.-20.1., Ö: 9-18h (20.1. bis 17h), Publikumstage 18.-20.1.,
www.imm-cologne.de