Ausgabe Februar 2013

Drink doch eine met

Abfeiern zu Livemusik und Partyhits bei Rambasamba im Rheinauhafen

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Unter Gleichgesinnten zu kölschen Karnevalshits schunkeln, und das egal bei welchem Wetter, das können Närrinnen und Narren auch in diesem Jahr wieder in einem beheizten Rundzelt im Rheinauhafen. Bereits zum zweiten Mal locken diverse Live-Acts und DJs zu einer besonderen Veranstaltungsreihe in die Nähe des Harry-Blum-Platzes. Das Programm läuft von Weiberfastnacht bis Rosenmontag mit Künstlern wie Knittler, dem Kölner Jugendchor St. Stephan oder Kasalla. Karten sollte man sich möglichst schnell sichern, denn Platz finden in dem Zelt pro Veranstaltung rund 300 Gäste.

Lucky Kids

Lucky Kids

Altstädter Köln 1922 e.V.

„Beim Hölzer Zabel un Knabüs un bei dä Grön Rut Färve verschriev ich mich dem Fasteler, well bütze, schunkele un karesseere dat Altstädter Korps nit blameere, well treu sin un brav, dat soll Gott walten, am guten Alten in Treue halten!”, lautet der Fahneneid der Altstädter Köln 1922 e.V. Das Traditionskorps des kölschen Karnevals schickt an Weiberfastnacht den Spillmannszoch und das Tanzkorps ins Rennen. Das grün-rote Korps zog im Rahmen der Silvesterfeier 1924 mit Tanzpaar und 15 Helmträgern erstmalig auf. Schnell wurde das Korps über die Grenzen Kölns hinaus bekannt und hatte bald eine Stärke von 40 Mitgliedern erreicht. In den 60er Jahren revolutionierten die Altstädter mit ihrem legendären Tanzpaar Gerdemie und Karl Heinz Basseng sowie ersten Hebefiguren und neuen Choreografien den Korpstanz im Kölner Karneval und wurden mit dem Ehrentitel „Traditionskorps des Kölner Karnevals” ausgezeichnet. Die Anzahl der Mitglieder des Tanzkorps stieg in den letzten Jahren auf mehr als 100 an. Der aktuelle Spielmannszug hingegen hat eine nicht ganz so lange Geschichte. Da die langjährige Zusammenarbeit zwischen den Altstädtern und dem 1. Kölner Tanzkorps „In Treue fest” 1919 e.V. im Sommer 2010 beendet wurde, musste ein neuer Regimentsspielmannszug aufgestellt werden. Dank zweckgebundener Spenden, motivierter Spielleute und des fähigen Orchesterleiters Markus Quodt konnte der Spielmannszug im Januar 2011 offiziell vorgestellt werden. Seither heißt es wieder: „Met Trööte un Trumme, Altstädter kumme …” Mit diversen Sitzungen, einer Parade zur Eröffnung des Straßenkarnevals am Alter Markt, einer weiteren Party zu Weiberfastnacht im „Gilden im Zims”, dem Kostümball im Tanzbrunnen und anderen Aktivitäten kommen die Altstädter sehr vielseitig daher. Wie gut es feiern kann, beweist das Traditionskorps im Rheinauhafen am Rosenmontag gleich noch einmal.

Jugendchor St. Stephan

Jugendchor St. Stephan

Knittler

Stimmungs- und Karnevalsmusik eines DJs sowie Live-Musik von Knittler sorgen am Karnevalsfreitag für Unterhaltung im Zelt. Stefan Knittler kennt man in Köln u.a. als Mitglied der Bagdad Babies und als Gründer des Labels und Verlags Made in Cologne, heute WortArt. Im November 2006 veröffentlichte er als Stefan Knittler un Fründe seine erste kölsche Produktion „Kumm loss mer singe”, welche die Hymne der Mitsing-Reihe „Loss mer singe” geworden ist. Dem Debüt-Album seiner Band Knittler „de eezte” (2008), auf dem vorwiegend eingekölschte Versionen von Welthits wie z.B. „Rude Rän” zu hören sind, folgte 2010 das Album „Zwo”, auf dem Knittler fast alle Songs selbst produziert hat. Das Cover des zweiten Longplayers ist auffällig: Stefan Knittler am Tresen sitzt neben Stefan Knittler mit Narrenkappe und Kölschglas. Damit möchte der 45-Jährige darauf hinweisen, dass er in zwei Welten existiert. Die eine ist die eines Musikers, der handgemachten kölschen Rock und Pop unter die Leute bringen möchte, die andere ist die des Karnevals mit ihren eigenen Gesetzen. Diese machen es guter Musik jenseits von Karnevals- und Ballermannschlagern – nach Meinung des Künstlers – nicht immer leicht. Songs wie „Marieche” oder „So jung wie hück” kommen aber nicht nur im alternativen Karneval bestens an, und so ist Knittler auch ein gern gesehener Gast, wenn es zum Beispiel darum geht, vor Tausenden Jecken den Sessionsauftakt in der LANXESS arena zu begehen oder eben das Rambasamba-Zelt im Rheinauhafen an Karneval zu beschallen.

Kasalla

Kasalla
Foto: Alexander Mirsch

Kasalla und mehr

Am Samstagabend treffen gleich mehrere Gruppen aufeinander. Die Newcomer der letzten Session Kasalla zum Beispiel werden den Abend mit Sicherheit ordentlich rocken. „Pirate” war der erste Hit der Band und ist auf dem hochgelobten Debüt-Album der Kölner Jungs „Et jitt Kasalla!” enthalten. Die Single war einer der meistgespielten Songs der letzten Session und gewann u.a. die „Loss mer singe”-Tour und den Wettbewerb „Top Jeck” bei Radio Köln. Seit November haben Bastian Campmann, Flo Peil, Sebi Wagner, Ena Schwiers und Nils Plum ihren zweiten Longplayer „Immer en Bewäjung” am Start. Natürlich wird auch hier wieder op Kölsch gesungen, wobei die Stilrichtungen vielfältig sind. Zusammen mit Carolin Kebekus wird es funky („Hätzensbrecher”), elektronisch wird es mit Annemie und Fred Fußbroich und dem Song „Der helle Wahnsinn”, und „Home es wo d’r Dom es” ist eine Rock-Hymne zum Mitsingen. Ihre Live-Fähigkeiten verbesserten sie im letzten Jahr u.a. als Support der Höhner in der LANXESS arena oder bei Brings im Tanzbrunnen. Unterstützung bekommen die Jungs vom Kölner Jugendchor St. Stephan, für den Kasalla-Gitarrist Flo Peil den Song „Zuckerschnütche” geschrieben hat, und den Lucky Kids. Der Kinderchor unter der Leitung von Michael Kokott war u.a. an den CD-Produktionen „Große Freiheit” (Unheilig), „So gewollt” (Thomas Godoj) und „In Farbe” (Revolverheld) beteiligt. Nach den Live-Acts wird ein DJ für Bewegung auf der Tanzfläche sorgen. Am Sonntag kommen dann Fans lateinamerikanischer Rhythmen auf ihre Kosten, denn die „Brasilianische Nacht” verführt mit einer großen Zumba-Party zum Tanzen.

Rambasamba am Rheinauhafen

• Altstädter Köln 1922 e.V., 7.2., 14h, 10€, 11.2., 18h, 5€
• Knittler + DJ, 8.2., 20h, 9€
• Kasalla, Kölner Jugendchor St. Stephan, Lucky Kids + DJ, 9.2., 19h, 14€
• Brasilianische Nacht, 10.2., 21h, 12€

Zelt Nähe Harry-Blum-Platz, hinter dem Hafenamt, Karten auf www.koelnticket.de, Infos auf www.rambasamba.info