Ausgabe Februar 2013

Lawrence Hill: Ich habe einen Namen

DuMont Buchverlag, 600 Seiten, 9,99 Euro

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Roman In Kanada stürmte dieses Buch die Bestsellerlisten, seit Kurzem liegt es auch in deutscher Übersetzung vor. Es handelt von einem der dunkelsten Kapitel in der Historie der USA. Erzählt wird die Geschichte der Schwarzen Amanita. Diese wird als Elfjährige mit Gewalt aus ihrem westafrikanischen Heimatdorf verschleppt und als Sklavin an einen amerikanischen Großgrundbesitzer verkauft. In den Wirren des einige Jahre später ausbrechenden Unabhängigkeitskrieges gelingt ihr die Flucht zurück nach Afrika. Doch hier ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende: Amanita muss ihre Heimat erneut verlassen. Diesmal führt ihr Weg sie nach London, wo sie zur aktiven Kämpferin für die Befreiung der Schwarzen wird. Obwohl hier ein fiktives Schicksal erzählt wird, darf man davon ausgehen, dass die Schilderungen der Lebensumstände der Sklaven detailgetreu und realistisch sind. Der Autor ist Sohn eines schwarzen Vaters und einer weißen Mutter, und seine Eltern befassten sich intensiv mit der Geschichte der Schwarzen in Kanada und schrieben Bücher zum Thema. Somit ist „Ich habe einen Namen” nicht nur ein fesselnder und packend geschriebener Roman, sondern er dokumentiert auch ein Stück Zeitgeschichte. -da