Ausgabe Oktober 2013

Einmol em Johr…

… laden die Bläck Fööss in die LANXESS arena ein, um mit der größten Silvesterparty Kölns das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Foto: Manfred Jasmund
Foto: Manfred Jasmund

„Silvester? Es ist doch erst Oktober“, wird sich der eine oder andere jetzt sicherlich denken. Doch wer kennt das nicht: Gefühlt hat gerade erst der Herbst begonnen, da steht plötzlich die Silvesterplanung vor der Tür und damit die alljährlich wiederkehrende, oftmals nicht einfach zu beantwortende Frage, wo gefeiert werden soll. Privat oder in einem Club? Entspannt im kleinen Kreis oder doch lieber in großer, fröhlicher Runde? Sich da einig zu werden, kann schon seine Zeit dauern, auch wenn oder gerade weil das Angebot der Kölner Gas­tronomie- und Eventszene keine Wünsche offen lässt. Am Ende hat man sie doch: die Qual der Wahl. Da ist es umso hilfreicher, wenn man sich wenigstens auf eins verlassen kann: auf die größte Silvesterparty Kölns, gemeinsam mit den Bläck Fööss.

Verdamp lang her …

Seit mittlerweile 43 Jahren gibt es die Bläck Fööss nun schon, doch schon vor 1970 spielten deren Mitglieder in diversen Beat-Gruppen. Infiziert und elektrisiert durch die damals herrschende Beatle-Mania, war das Interesse zahlloser Schülerbands, ihren englischen Vorbildern musikalisch nachzueifern, immens. Eine der ersten Formationen und für längere Zeit eine der führenden Bands in der Kölner Beat-Szene waren The Beat ­Stones, 1964 gegründet und bis 1966 aktiv, bestehend aus Peter Schütten, Hartmut Priess, Erry Stoklosa und Tommy Engel. Die Einberufung von Erry Stoklosa und dem Bassisten Heinz Kunze zur Bundeswehr beendete die Karriere der Beat ­Stones, ermöglichte jedoch 1968 die Neugründung der Stowaways, die seitdem in der Kölner Beat-­Szene den Ton angaben. Bestehend aus Hartmut Priess, Erry Stoklosa, Peter Schütten (gemeinsam mit Günther „Bömmel“ Lückerath die Gründungsmitglieder der Bläck Fööss) und Ex-Fööss-Sänger Tommy Engel werden die Stowaways als unmittelbare Vorläuferband der Gruppe angesehen. Auch Gitarrist Bömmel Lückerath war musikalisch bereits früh aktiv und erfolgreich. Er spielte u.a. zusammen mit Rainer Pietsch bei The Singing End, die sich aber bald auflösten, und so wechselte Bömmel Lückerath 1970 zu den Stowaways. Unter diesem Namen gaben sie damals auf Karnevalsbällen Hits der Beatles, der Kinks und der Hollies zum Besten. Jedoch waren auch Karnevalslieder gefragt, so dass ein buntes Repertoire aus englischsprachigen Beat-Klassikern und kölschen Klängen entstand.
Graham Bonney, britischer Schlagersänger und Entertainer, erkannte das Potenzial der Stowaways und schlug während der damaligen Zusammenarbeit im Studio vor, einen der kölschen Titel aufzunehmen. Heute kaum mehr vorstellbar, und dennoch: Damals hatte die Band Angst, ihren guten Namen als ­Beat-Gruppe zu verlieren und entschloss sich deshalb für einen Zweitnamen. Die Bläck Fööss waren geboren. Unter dem englisch und zugleich kölsch klingenden Namen veröffentlichte die Kölner Plattenfirma Electrola die erste kölsche Single „Rievkooche-Walzer“ – mit eher dürftigem Erfolg. Lediglich 2.000 Exemplare gingen damals über den Ladentisch. Dennoch zeigten drei Plattenfirmen Interesse an einer Zusammenarbeit – mit der Bedingung, dass Englisch gesungen wurde. Dies lehnten die Bläck Fööss jedoch ab. Glücklicherweise fand sich mit Heinz Gietz dann doch noch ein Produzent, dessen Plattenlabel Cornet Records einen Vertriebsvertrag mit BASF in Ludwigshafen hatte und sich offen für den damals unüblichen Dialekt zeigte. Daraufhin wurde der zweiten Titel „Drink doch eine met“ herausgebracht. Die Standhaftigkeit, der heimischen Mundart treu zu bleiben, hatte sich gelohnt: Die Single wurde ein riesiger Publikumserfolg, und die Nachfrage nach Auftritten der Bläck Fööss bei Karnevalssitzungen und -bällen schoss in die Höhe. Möglicherweise ist das auch der Grund, weshalb dem Septett der Ruf einer Karnevalsband anhaftet.

Vielseitiges Repertoire

Doch die Band bloß darauf zu reduzieren, wäre ein Fehler, denn neben vielen fröhlichen und ausgelassenen Schunkelliedern gibt es auch ernste Töne, beispielsweise in „Edelweißpiraten“, welches vom Schicksal Kölner Jugendlicher im Dritten Reich erzählt. „De Mama kritt schon widder e Kind“ oder die Bundeswehr-Ballade „Am Arsch der Welt“ – das Programm von Kafi Biermann, Ralph Gusovius, Bömmel Lückerath, Hartmut Priess, Peter Schütten, Erry Stoklosa und Andreas Wegener geht weit über die Karnevalsmusik hinaus. Sowohl Schlager als auch Pop- und Rockmusik, Jazz, Blues, Disco und Funk prägen den vielseitigen Stil der Gruppe seit ihrer Gründung 1970. Und obwohl sie 2010 ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feierte – von Müdigkeitserscheinungen gibt es keine Spur. Dafür sprechen nicht bloß die mittlerweile 44 veröffentlichten Alben, auf denen sich Hits wie „Mer losse d’r Dom en Kölle“, „Frankreich, Frankreich“, „Mir drinken us einer Fläsch“ und „Stellt üch vüür“ wiederfinden, sondern auch die alljährlich stattfindende und fast immer ausverkaufte Silvesterparty in der LANXESS arena. Der Vorverkauf der Tickets läuft bereits, und Fans sollten sich nicht mehr allzu lange Zeit lassen mit ihrer Silvesterplanung, sonst müssen sie am Ende doch noch ohne ihre Lieblingsband feiern.

Die Party

Zum mittlerweile 15. Mal lädt das Septett in die LANXESS arena ein, das Jahr 2013 gebührend mit jeder Menge Spaß, Kölsch vom Fass, natürlich zahlreichen Fööss-Hits und einem atemberaubenden Feuerwerk zu verabschieden – und 2014 willkommen zu heißen. Kein Wunder, dass für die Band die LANXESS arena seit ihrer Fertigstellung 1998 fast zu einem zweiten Wohnzimmer geworden ist, bedenkt man die rund 200 Auftritte zu Karneval, Eishockey- und Handball-Events. Den Jahreswechsel ebenfalls im „Henkelmännchen“ zu zelebrieren, ist deswegen fast schon ein Pflichttermin. Durch den Abend wird wieder der kölsche Moderator Linus führen, der vielen aus „Linus‘ Talentprobe“ bekannt sein dürfte, so dass bis weit nach Mitternacht zusammen gefeiert, gelacht, gesungen und geschunkelt werden kann. Allein im letzten Jahr waren rund 10.000 begeisterte Fans dabei und feierten zu über 40 Hits in der ausverkauften Arena. Und auch wenn das letzte Studioalbum „Alles für die Liebe“ bereits 2011 erschienen ist und Fans sich in diesem Jahr lediglich über ein Best-of-Album („Best of Bläck Fööss … zum Laache!“) freuen durften – der Stimmung wird das auch in diesem Jahr sicherlich keinen Abbruch tun. Außerdem gibt es immerhin die neue Single „Kölner Leechter“, welche sie anlässlich der Kölner Lichter 2013 komponierten, und dieser stimmungsvolle Song wird garantiert auch zum Jahreswechsel Gänsehautfeeling erzeugen. Sinah Heupel

Bläck Fööss – Die Silvesterparty Teil XV, 31.12., 21h, LANXESS arena, Karten unter 0221-80 20,
www.lanxess-arena.de und auf www.koelnticket.de