Ausgabe Januar 2014

Voulez-Vous?

ABBA – The Show lädt zu einer beeindruckenden Jubiläumstournee ein.

Foto: Herbert Schulze
Foto: Herbert Schulze

Startschuss einer beispiellosen Weltkarriere war der 6. April 1974, als die vier Schweden Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad mit „Waterloo“ den 19. Eurovision Song Con­test im englischen Brighton gewannen. Was daraufhin folgte, war eine überwältigende internationale Karriere. Mit schätzungsweise 370 Millionen verkauften Tonträger schaffen es ABBA auf Platz sechs der zehn erfolgreichsten Musikbands überhaupt, neben so illustren Namen wie The Beatles, Elvis, Michael Jackson und Madonna. Und auch wenn sich das Quartett 1982 auflöste – ABBA lebt bis heute weiter und begeistert Generationen. Nicht zuletzt dank des seit über zehn Jahren bestehenden ­Tribute-Spektakels „ABBA – THE SHOW“, das im Januar 2014 anlässlich des 40. Jahrestages von „Waterloo“ auf ihrer großen Jubiläums­tournee auch wieder in Köln Halt machen wird. Doch was fasziniert die Menschen bis heute so an dem Quartett mit den schrill-bunten Kostümen, dessen Musik zeitlos zu sein scheint?

Eine beispiellose Weltkarriere

Als ABBA sich 1972 formierten, ahnten sie noch nicht, auf welcher Erfolgswelle sie in den kommenden Jahren reiten sollten. Die Veröffentlichung der ersten gemeinsamen Single kam entsprechend unspektakulär daher: Das Cover von „People Need Love“ zierte lediglich die Vornamen der vier Interpreten – Björn & Benny, Agnetha & Anni-­Frid –, die noch mit eigenen Solo-­Projekten beschäftigt waren und sich zu dem Zeitpunkt nicht als feste Gruppe sahen. Die Single erreichte immerhin Platz 17 der kombinierten schwedischen Single- und Album-Verkaufscharts und bot den vier Grund genug, auch in Zukunft weiter gemeinsam Musik zu machen und sich schleunigst einen festen Namen zuzulegen: ABBA, zusammengesetzt aus den vier Anfangsbuchstaben der Bandmitglieder. Trotz des musikalisch eher untypischen, aber sehr effektvoll inszenierten Auftritts beim Eurovi­sion Song Contest 1974 ging das Quartett, nachdem es im Vorjahr noch im schwedischen Vorentscheid gescheitert war, vor den Augen von ca. 500 Millionen Zuschauern mit deutlichem Vorsprung als Sieger hervor. Die Single „Waterloo“ wurde daraufhin in insgesamt 54 Ländern veröffentlicht und erreichte in vielen davon vordere Plätze in den Hitparaden. Sogar in den USA wurde das Lied zum Top-Ten-Hit. Und dennoch: So beschwingt die Musik des Quartetts auch sein mochte, der Karriere von ABBA fehlte es zu diesem Zeitpunkt noch an Schwung, zumal Gewinnern des Eurovision Song Contests oftmals das Image „musikalischer Eintagsfliegen“ anhaftete. Erst im Spätsommer 1975 und mit der Veröffentlichung der Single „S.O.S.“, welche u.a. Platz 6 der britischen Charts sowie Platz 1 in Deutschland erreichte, kam die Kehrtwendung. Neuartige Arrangements sowie die aufwendige und ausgefeilte Produktion waren maßgeblich für die Soundqualität verantwortlich und richtungsweisend für folgende Songproduktionen. Und als sei mit „S.O.S.“ ihr Ruf nach internationalem Erfolg erhört worden, folgte nun Hit auf Hit: „Mamma Mia“ (1975, auf „ABBA“), „Fernando“(1976 auf „Greatest Hits“), „Dancing Queen“ (1976), „Knowing Me Knowing You“ (1977, beide auf „Arrival“), „Take a Chance on Me“ (1978, „The Album“), „Chiquitita“ (1979, „Voulez-Vous“), „The Winner Takes It All“, „Super Trouper“ (1980, beide auf „Super Trouper“), „One of Us“ (1981, auf „The Visitors“) sind nur einige von unzähligen Hit-Singles. Das Erfolgsrezept ihrer Songs beruht auf den fein abgestimmten Zutaten: Mal klingen sie balladesk mit nonchalantem Frohsinn, zu finden in „Honey, Honey“, „S.O.S.“ und „Mamma Mia“ (alle erschienen auf „ABBA“), dann wieder gibt es rockige Akzente, eingebettet in einen luftigen Popsong wie in „Waterloo“ (1974 auf „Waterloo“). Auch verträumte Arrangements, bestückt mit lateinamerikanischen Klängen wie in „Tropical Loveland“ (1975 auf „ABBA“) gehören zum Repertoire. Unzählige Tourneen, acht Studioalben und vier Kompilationen sowie diverse Videos zu einzelnen Singles krönten den Erfolg von ABBA.

The Tribute

Seit 1982 geht der Schweden-Export getrennte Wege – Agnetha, Björn, Benny sowie Anni-Frid widmen sich eigenen Projekten. Björn und Benny arbeiten weiterhin zusammen und haben gemeinsam das von Catherine Johnson geschriebene Drehbuch „Mamma Mia“ als Musical umgesetzt, welches 1999 in London uraufgeführt wurde und momentan weltweit in sechs Ländern aufgeführt wird, Tourneeproduktionen nicht mitgezählt. Auch Agnetha ist weiterhin musikalisch aktiv und veröffentlichte im Mai 2013 ihr neues Solo-Werk „A“, auf dem sie u.a. Unterstützung des Take-That-Sängers Gary Barlow bekam. Anni-Frid hingegen lebt zurückgezogen in der Schweiz und ist mittlerweile kaum mehr musikalisch aktiv. Ein Comeback von ABBA ist, trotz der regelmäßig aufkommenden Reunion-Gerüchte, nahezu ausgeschlossen. Und dennoch besteht die Chance, den einmaligen Zauber, den ABBA auf der Bühne versprühten, einmal live mitzuerleben – dank „ABBA – THE SHOW“. Das Event begeistert seit über zehn Jahren mit einer Darbietung, die ihresgleichen sucht; mehr als 250.000 begeisterte Zuschauer allein in Deutschland und Tourneen in Europa, den USA und Asien sprechen für sich. Die Mitwirkenden der Show schaffen es, Melodien, Sound und Look so detailgetreu wiederzugeben, dass man schnell geneigt ist zu vergessen, gar nicht das Original vor sich zu haben. Nicht zuletzt dank der detailverliebten Kostüme ist die optische Ähnlichkeit der beiden Sängerinnen Katja Nord und Camilla Dahlin mit den beiden Frontfrauen von ABBA verblüffend. Hinzu kommt der bis in die kleinste Note authentische Gesang, live und perfekt wiedergegeben. Begleitet wird das Ganze von einer zehnköpfigen Liveband und dem renommierten National Symphony Or­ches­tra of London, wodurch ein einmaliger Livesound entsteht, der dem von ABBA in nichts nachsteht. Anhand unvergessener Klassiker von „Chiquitita“ (1980 auf „Voulez-­Vous“) bis „Money Money Money“ (1976 auf „Arrival“) wird der Zuschauer auf eine Zeitreise durch die musikalische Erfolgsgeschichte von ABBA mitgenommen. Gastauftritte der Original-Bandmitglieder Ulf Anderson, Janne Schaffer oder Roger Palm machen den Trip perfekt. ­ABBA, thank you for the music und dieses einmalige Vermächtnis!
Sinah Heupel

ABBA – THE SHOW – Die große Jubi­läumstournee 2014, 25.1.2014, LANXESS arena,
Karten unter www.koelnticket.de

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