Ausgabe Januar 2015

Thank you for the Music

ABBA – The Show: eine Zeitreise in die 70er Jahre

Foto: Herbert Schulze
Foto: Herbert Schulze

Mehr als 30 Jahre ist es her, dass die Mitglieder der schwedischen Band ABBA getrennte Wege gehen. Dennoch ist die Faszination für ihre zeitlosen Songs ungebrochen. Auch heute noch gehören Hits wie „Money, Money, Money“, „Dancing Queen“ oder „Super Trouper“ zu den Stimmungsmachern auf so mancher Party. Schon 1972 brachten ABBA ihr erstes Album „Ring Ring“ heraus, aber der große Durchbruch kam mit dem Song „Waterloo“ 1974, mit dem Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-­Frid Lyngstad den Grand Prix Eurovision de la Chanson – wie der Eurovision Song Contest zu dieser Zeit noch hieß – gewinnen konnten. Danach folgte der große Erfolg: Im Spätsommer 1975 und mit der Veröffentlichung der Single „S.O.S.“, welche u.a. Platz 6 der britischen Charts sowie Platz 1 in Deutschland erreichte, bestätigte das Quartett den Erfolg von 1974. Danach folgte ein Charthit nach dem anderen: „Mamma Mia“ (1975, auf „ABBA“), „Fernando“(1976 auf „Greatest Hits“), „Dancing Queen“ (1976), „Knowing Me Knowing You“ (1977, beide auf „Arrival“), „Take a Chance on Me“ (1978, „The Album“), „Chiquitita“ (1979, „Voulez-Vous“), „The Winner Takes it all“, „Super Trouper“ (1980, beide auf „Super Trouper“), „One of Us“ (1981, auf „The Visitors“) sind nur einige von unzähligen Verkaufsschlagern. Doch nach nur zehn gemeinsamen Jahren kam das Aus für die Band. Anni-Frid und Benny reichten 1981 die Scheidung ein – die Ehe zwischen ­Agnetha und Björn war schon 1980 geschieden worden. Nach 1982 traten ABBA nie wieder gemeinsam auf.

Geliebt bis heute

Umso bemerkenswerter ist, dass die Schweden trotz einer gemeinsamen Aktivität von nur zehn Jahren mit geschätzt über 300 Millionen verkauften Tonträgern in der Liga der ganz großen Weltstars stehen – in einer Reihe mit Elton John, Madonna, Queen oder Led Zeppelin. Lediglich The Beatles, Elvis Presley und Michael Jackson können noch wesentlich höhere Verkaufszahlen vorweisen. ABBAs Musik ist scheinbar gekommen, um zu bleiben. Ihre Songs sind zu Evergreens geworden, die nicht nur immer noch in ihrer Originalfassung gespielt werden, sondern auch von zahlreichen Bands und Künstlern, wie Sinéad O’Connor, Bananarama oder André Rieu, gecovert wurden. Doch auch danach blieb ABBA präsent. Benny und Björn arbeiten noch heute zusammen als Komponisten und Produzenten. So stellten sie gemeinsam das Musical „Mama Mia“ auf die Beine, das weltweit – auch in Köln – erfolgreich war und das 2008 als Film mit Meryl Streep und Pierce Brosnan in den Hauptrollen realisiert wurde. Auch an den Kinokassen erwies sich die Musik von ABBA als Publikumsmagnet, der Millionen auf der ganzen Welt in die Kinos zog. Agnetha hingegen veröffentlichte zuletzt 2013 ihr Solo-Werk „A“. Kaum mehr musikalisch aktiv ist allerdings Anni-Frid, die zurückgezogen in der Schweiz lebt. Immer wieder gibt es Gerüchte um eine Reunion, die aber stets im Sande verlaufen. Ein amerikanisch-britisches Geschäftskonsortium soll den Schweden einmal rund eine Milliarde US-Dollar für eine Tour angeboten haben, doch bis heute ist kein gemeinsamer Auftritt in Sicht.

Der Mythos ABBA

In den 90er Jahren blieben ABBA trotzdem im Gespräch. Sie veröffentlichten mehrere Greatest-Hits-Compilations, von denen allein das Doppelalbum „ABBA Gold“ sich mehr als 28 Millionen Mal verkaufte. Für ihren großen Einfluss auf die Pop-Geschichte wurden ABBA 2010 in die Rock ´n´ Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, aufgenommen. 2011 kam die Ausstellung „ABBA World“ hinzu, die zuerst als Wanderausstellung in mehreren Ländern zu sehen war und seit 2013 als „ABBA The Museum“ ein Zuhause in der Swedish Hall of Fame in Stockholm gefunden hat. Auch der Erfolg mit Lizensierungen von Coverversionen ihrer Songs und Greatest-Hits-Alben spricht für sich. Trotzdem müssen Fans nicht auf ihre Lieblingssongs in Konzert­atmosphäre verzichten, denn es gibt ja genug ABBA-Cover-Bands und Tribute-­Shows. „ABBA – The Show“ nimmt dabei eine herausragende Position ein, da sie mit  Authentizität und ehemaligen ABBA-­Musikern aufwartet.

Das Gefühl der 70er

Die Frontfrauen der Band „Waterloo“, Katja Nord und Camilla Dahlin, beschlossen 1996, eine ABBA-Tri­bute-Band zu gründen und holten dafür sogar die Zustimmung von Benny Andersson und Björn Ulvaeus ein. Dabei ließen die beiden ihre Liebe zu ABBA einfließen, um den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, dass ABBA selbst auf der Bühne stehen. Ihre Kostüme fertigen sie deshalb mit großem Hang zum Detail selbst an. Seit über zehn Jahren sind Waterloo jetzt schon mit „ABBA – The Show“ unterwegs und haben auf der ganzen Welt und vor allem in Europa unzählige Hallen gefüllt. Die Mitglieder der Show schaffen es, Melodien, Sound und Look so zu interpretieren, dass ihre Fans schnell vergessen, nicht das Original auf der Bühne zu sehen. In ihrem u.a. von Videos und Lichteffekten untermalten Spektakel greifen Nord und Dahlin zudem auf eine zehnköpfige Band, das renommierte National Symphony Orchestra London und nicht zuletzt einige der Musiker, die ABBA auf ihren Tourneen begleitet haben, zurück. So waren der Saxophonist Ulf Andersson, Schlagzeuger Roger Palm und Gitarrist Janne Schaffer von dem Projekt so überzeugt, dass sie gerne einen Gastauftritt während der Show hinlegen. „Abba – The Show“ taucht die LANXESS arena in das glamouröse Gefühl der 70er und frühen 80er Jahre und nimmt die Zuschauer mit auf eine musikalische Zeitreise mit allen Hits der schwedischen Superstars. Für etwa zwei Stunden werden die Uhren fast 40 Jahre zurückgedreht und man kann sich wieder fühlen wie seinerzeit in der legendären Sporthalle – der Vorgängerin der LANXESS arena. Dort fand am ­
3. Februar 1977 das einzige ABBA-Konzert in der Domstadt statt.
Sebastian Winand

ABBA – The Show, 6.3., 20h, LANXESS arena, Karten unter www.koelnticket.de
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