Ausgabe Juli 2016

Traumjob Clubmacher?

Im ersten Teil unserer Reihe spricht Denny Seeber mit William Blask

Heimathirsch
Foto: Juicy Pictures Photography
Heimathirsch
Foto: Juicy Pictures Photography

Mit 16 organisierte William seine ersten Partys, war als Kassetten-DJ unterwegs und als Roadie für die Schülerband tätig. Mit 18 hatte er bereits regelmäßige Auftritte als Rock- und Pop-DJ und machte dann eine Ausbildung zum Koch und Restaurant-Fachmann. Seit seinem 24. Lebensjahr durchlief er unterschiedliche Stationen als Koch, Thekenkraft, DJ, Veranstalter und Ähnliches. 1996 kam dann mit einem Mitstreiter die erste eigene Disco in der Südstadt namens Exsteins. 1999 wurde William Geschäftsführer vom Feez. 2001 kam dann die „NippesNacht“, die bis heute fortlaufend unter seiner Regie stattfindet. 2003 folgte die ViertelBar, 2005 die ViertelKüche und 2008 das VierGrad. Seit 2011 ist er Betreiber und Veranstaltungsleiter vom Heimathirsch. Dazwischen war er dann auch noch Leiter des Nachtschwärmers. Seit 2015 ist William Veranstaltungs- und Betriebsleiter des Klub Berlin, der in Ehrenfeld steht. Zudem veranstaltet er Shows aus den Bereichen Burlesque, Tanz, Zauberei, Stand-up-Comedy, Kabarett und Theater sowie Konzerte und Tanzabende mit den Schwerpunkten Swing, Latin, Big Band, Rockabilly, Beund Hardbop, Soul, Funk, Gypsy, Singer/Songwriter und Pop.

William Blask Foto: Laurence Voumard

William Blask
Foto: Laurence Voumard

In deinem Job muss man schon ein Nachtmensch sein, oder?

Als Geschäftsinhabers hat man die Option, nach Hause zu gehen, wenn einem danach ist. Sicherlich neigt man dazu länger zu bleiben als notwendig, aber da es durchaus auch ein Tagwerk gibt, siegt überwiegend die Vernunft, und man geht zeitig nach Hause.

Bist du ein Workaholic?

Ich mache meinen Job gerne und besitze viel Idealismus, ich würde aber nicht behaupten, Workaholic zu sein.

Was magst du am liebsten an deiner Arbeit und auf was könntest du gut und gerne verzichten?

Mit unterschiedlichsten Künstlern zu arbeiten ist sehr spannend. Der Umstand, wegen des Nichtrauchergesetz angehalten zu sein, ständig Gäste vor der Tür zur Ruhe ermahnen zu müssen, ist extrem ätzend.

Foto: Martell Beigang

Foto: Martell Beigang

Was ist das Gravierendste, das sich in den vergangenen gut 30 Jahren Veranstalterleben geändert hat?

Die ständig steigenden Gebühren (GEMA, Künstlersozialkasse etc.) und die Sensibilität für Lärm der Nachbarn.

Macht einem Köln das Leben als Veranstalter oder Clubbetreiber leicht?

Nicht wirklich, da es extrem viele Einschränkungen von Seiten der Ordnungsämter gibt.

Warum trägt euer jüngstes Baby, der Klub Berlin in Ehrenfeld, diesen Namen?

Zum einen war Berlin in den 1920er Jahren der kulturelle Nabel der Welt und offen für jede noch so schräge Form der Darbietung. Und dies gilt es, in skurrilen Shows, Swing- & Jazz-Konzerten wieder aufleben zu lassen. Auf der anderen Seite ist es ein interessantes Spiel, etwas von Berlin mitten in Köln zu etablieren.

Wie kommt der Klub Berlin, der nicht wie in Köln sonst so oft auf elektronische Musik oder eben Mainstreamsound setzt, an?

Sehr gut, allerdings wird es wohl noch eine Weile brauchen, bis die Kölner uns richtig wahrnehmen.

Wann steht die nächste größere von dir organisierte Party oder Veranstaltung an?

Am 1. August gibt es „Meet & Eat“ in Odonien mit diversen Künstlern.

Schwirren dir schon wieder neue Projektideen im Kopf herum, die vielleicht sogar schon spruchreif sind?

Am 26. November starte ich mit diversen Mitstreitern die „erste Kölner Jazzwoche“, an der möglichst viele der kleinen Kölner Jazzveranstalter teilnehmen sollen.

Welchen Tipp würdest du deinen Mitmenschen geben, die auch eine Veranstaltungsreihe ins Leben rufen wollen oder die sogar mit dem Gedanken spielen, einen eigenen Laden aufzumachen?

Einen eigenen Laden aufzumachen ist mit großem finanziellem Risiko behaftet und sollte wohl überlegt sein. Eine Reihe in einem bestehenden Laden auszuprobieren, in Absprache mit dem Besitzer, ist sicherlich für den Anfang der bessere und weniger kostenintensive Weg. Das Allerwichtigste ist immer, Kontakte zu haben und ständig neue zu knüpfen.