
Der Bochumer Hennes Bender hat mit „Erregt" sein fünftes Solo- Programm am Start. Tatjana Fink stand er Rede und Antwort zu singenden Comedians, blöden Fragen und Karneval in Köln.
Hennes Bender: ERREGT!, 19.1., 20h, COMEDIA Theater, Karten unter www.koelnticket.de
„Köln ist eben immer noch ein Dorf"
Den Antrieb für Ihr neues Programm „Erregt!" ist die reine Wut über die Ungerechtigkeit der Welt? Was tun Sie, damit sie gerechter wird?
Ich versuche mit gutem Beispiel voranzugehen und rede auch mal über unbequeme Dinge, denn Verschweigen bringt uns nun mal nicht weiter, ich bin quasi der lebendige „Wikileak"!
In Ihrem Programm beschäftigen Sie sich mit Dingen, die Sie aufregen. Warum heißt Ihr Programm „Erregt" und nicht „Aufgeregt"?
Weil es um den Zustand der „Erregung" generell geht und die Wortfolge „Hennes Bender ERREGT!" einfach mehrdeutig ist. Außerdem hat „Erregt" ein „R" mehr als „Aufgeregt"! Das klingt besser!
Was erregt Sie denn am meisten?
Das ändert sich täglich, ja fast stündlich. Im Moment finde ich die Kondomlockerungsvorschläge des Papstes für homosexuelle Prostituierte sehr erregend. Ich begrüße es, dass Herr Ratzinger Veränderungen erstmal in den eigenen Reihen ansetzt!
Blöde Fragen wie „Was macht die Kunst?" regen Sie auch schon mal gerne auf. Was war die blödeste Frage, die man Ihnen je gestellt hat?
„Ernährt das deinen Mann?!" Ich habe gar keinen Mann! Ich hab 'ne Frau!
Sie stehen seit 20 Jahren auf der Bühne. Was ist das Lustigste, das Ihnen dort je passiert ist?
Ich bin mal unabsichtlich in Hamburg rückwärts von der Bühne gefallen. Das war schon sehr lustig, aber auch sehr schmerzhaft! In Hockenheim hat mir jemand in der Zugabe mal statt Blumen einen Teller mit Spargel überreicht! So was ist schwer zu toppen!
Die meisten Comedians geben in ihren Programmen schon mal gerne ein Liedchen zum Besten, auch Sie. Warum müssen Comedians unbedingt singen?
Weil Comedians eigentlich Rockstars sein wollen. Ich kenne aber auch viele Musiker, die Komiker sein möchten. Manche sind auch unfreiwillig komisch wie „Der Graf" von „Unheilig", diese krude Mischung aus Rammstein und Michael Wendler. Über den könnte ich mich den ganzen Tag kaputtlachen!
Ihre Frau ist auch Komikerin. Wer klaut da wem die Witze?
Es ist ein stetiger Kampf, aber meistens ist sofort klar, welcher Gag zu wem am besten passt! Sonst muss unsere Therapeutin eben schlichten!
In einem Ihrer Sketche machen Sie sich über die Kölner Mentalität lustig. Der Tenor: „Kölner lassen niemanden allein." Mögen Sie Köln?
Ich MAG Köln, immerhin hat meine Managerin ihr Büro in Köln. Aber ich könnte dort nicht leben, mir ist es dort irgendwie architektonisch alles zu eng gebaut. Außerdem habt ihr keine Parkplätze. Köln ist eben immer noch ein Dorf, und das meine ich jetzt nicht negativ. Der Kölner lacht gerne über sich selber und natürlich noch lieber über die Düsseldorfer. Das finde ich sympathisch!
Sie haben 2001 den Köln Comedy Cup gewonnen. Wäre das nicht doch ein Grund gewesen, endlich aus Bochum wegzuziehen, ab in die Hochburg des Frohsinns?
Wer so was fragt, war noch nie in Bochum! Wie gesagt: Wenn ich einen Parkplatz in Köln finden würde ... Lass mal, ich bin mit dem Ruhrpott verwachsen, und SO weit ist Kölle ja nun auch nicht entfernt!
Haben Sie schon einmal Karneval in Köln erlebt?
Nur im Fernsehen, und das hat mir gereicht! Ich mag einfach keine Menschenmassen. Außer wenn sie in meine Shows gehen!
Würden Sie freiwillig vielleicht doch einmal mitfeiern?
Ich habe immer um die Karnevalszeit Geburtstag und oft auch an einem Rosenmontag. Da hat man sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu dieser Festivität. Außerdem bin ich vom Chakra eher Westfale als Rheinländer.
Warum sollte man Ihr Programm „Erregt" unbedingt gesehen haben?
Weil es mein bestes Programm ist. Und weil ich am Ende der Show erkläre, was Liebe ist! Wen das nicht interessiert, dem kann ich auch nicht helfen ...
