Foto: Thommy Mardo
Die neu inszenierte Rocky Horror Show kehrt zurück.
The History
Es gibt wohl kaum ein anderes Musical, das eine so eingeschworene Fangemeinde besitzt wie die „Rocky Horror Show". Über 20 Millionen Menschen haben das extravagante „Grusical" seit seiner Uraufführung in London bis heute miterlebt. Das wohl ungewöhnlichste Rocktheater der Musical-Geschichte hat sich mit Songs wie „The Time Warp" oder „Sweet Transvestite" in den Ohren ganzer Generationen festgesetzt. Was als Low-Budget-Produktion 1973 in einem kleinen Theater begann, wurde zu einem überwältigenden Erfolg. Dreimal musste die Show in größere Theater umziehen, und mit der Verfilmung 1975 war der Kult perfekt. Seit fast 40 Jahren ist „The Rocky Horror Show" eine frivole Attacke auf alle moralischen und geschmacklichen Konventionen. Bis heute wird jede Aufführung vom Publikum geradezu frenetisch zelebriert: Reis, Toastscheiben und Toilettenpapier fliegen durch die Luft, Wasserpistolen spritzen aus allen Rohren, und bei den Songs wackeln die Zuschauerränge, wenn die vielfach wild kostümierten Fans lauthals mitsingen und tanzen und interaktiv am Bühnengeschehen teilnehmen. Nach der Neuinszenierung des schaurig-schönen Kultmusicals - unter der Mitwirkung des Schöpfers Richard O'Brian und Regiestar Sam Buntrock - kehrt das international umjubelte Bühnen-Spektakel jetzt an ausgesuchte Spielstätten zurück und macht auch in Köln halt. Schon jetzt freuen sich die Fans auf einen Ausflug in eine bizarre Welt und tauchen ein in die Faszination der B-Movies, der Burlesque, Science-Fiction und glamourösen Rock-'n'-Roll-Hits.
Foto: Thommy Mardo
The Story
Die Geschichte um die frisch verlobten Brad und Janet beginnt ganz harmlos. Nach einer Hochzeitsfeier gesteht Brad Majors seiner Angebeteten Janet Weiss seine Liebe. Um die Verlobung perfekt zu machen, beschließen sie, gemeinsam zu ihrem ehemaligen Lehrer Dr. Scott zu fahren, in dessen Unterricht sie sich kennenlernten. Doch die Autofahrt in einer stürmischen Gewitternacht endet mit einem geplatzten Reifen in einer recht ungemütlichen Gegend. Natürlich ist ein Reserverad nicht zur Hand, und so sucht das biedere Pärchen Hilfe in einem nahe gelegenen, geheimnisvollen Schloss, nichts ahnend von seinem anstehenden Albtraum. An der Tür angelangt, läutet Brad beherzt die Glocke und der bucklige Diener Riff-Raff erscheint und gewährt ihnen Einlass. Hinter den dicken Mauern regiert der androgyne außerirdische Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter vom Planeten „Transsexual", der zusammen mit seinen Bediensteten wilde, ausschweifende Sex-'n'-Roll-Orgien feiert. In dieser Nacht will der in Strapsen und Mieder gekleidete Schlossherr seinen „Gästen" eine Attraktion der ganz besonderen Art präsentieren und lädt die beiden in sein Labor ein. Dort werden Brad und Janet Zeuge, wie Frank N. Furter seinen „ultimativen Menschen" aus der Retorte zum Leben erweckt. Der gut gebaute und muskelbepackte Adonis namens „Rocky Horror" soll seinem Herrn und Meister vor allem als Lustsklave dienlich sein. Dann taucht auf einmal Eddie auf, der Ex-Liebhaber des verrückten Doktors. Doch der entledigt sich seiner kurzerhand mit einem Eispickel. Trotz alledem sind Brad und Janet gezwungen, die Nacht in dem unheimlichen Horror-Schloss zu verbringen, allerdings in getrennten Schlafzimmern. Nachts erhält Janet Besuch von ihrem vermeintlichen Verlobten und findet Gefallen an seinen Annäherungsversuchen. Als sie erkennt, dass es Frank N. Furter in einer Verkleidung ist, beruhigt er sie und verspricht, Brad nichts zu erzählen, und so setzen sie ihr Liebesspiel fort. Auch Brad wird diese Nacht vom diabolischen Doktor, diesmal in der Verkleidung Janets, heimgesucht und gibt sich ihm hin. Die mittlerweile gar nicht mehr unbefleckte Janet hat allerdings „Blut geleckt" und empfindet auf einmal starke Lustgefühle für Retortenbaby Rocky ... Und dann sind da ja auch noch all die anderen schillernden und abgedrehten Charaktere wie das Groupie Colombia, Riff-Raffs Inzest-Schwester Magenta oder der mysteriöse Ex-Lehrer Dr. Scott, der auch seine Geheimnisse birgt. Immer verworrener und skurriler geht die Story weiter und erreicht schließlich in einem fulminanten Finale ihren Höhepunkt.
Foto: Thommy Mardo
The Show
Die „Rocky Horror Show" hat auch nach fast vier Dekaden nichts von ihrer Anziehungskraft verloren und fesselt das Publikum immer wieder aufs Neue, ohne auch nur ein Körnchen Staub angesetzt zu haben. Das Enfant terrible des Musical-Theaters zeigt seinen Zuschauern eine rasante, rockige, frivole, transsylvanisch-galaktische Achterbahnfahrt durch irdische und außerirdische Begierden und Abgründe mit viel Witz und Ironie. Die neue Inszenierung des Klassikers hievt das Musical auf eine bis dahin noch nicht erreichte Ebene. Hochkarätige Darsteller - in der Erzählerrolle z.B. wird vom 21. bis zum 26. Juni Sky du Mont zu sehen sein -, prunkvolle Kostüme, ein imposantes Bühnenbild und die perfekte Choreografie sind das Aushängeschild für die Show 2011, die sich schillernder und bunter präsentiert als jemals zuvor. Wer es bis zur Premiere gar nicht mehr abwarten kann, der darf vorab im Fernsehen schon einmal einen Blick riskieren, wenn Ausschnitte aus der „Rocky Horror Show" in der Sommersendung von „Wetten, dass ..?" am 18. Juni zu sehen sind. In diesem Sinne: „Don't Dream It, Be It!". Christian Goetze
Rocky Horror Show, 21.6.-10.7., Musical Dome Köln, Karten unter: 0221-28 01
Unter Verlosungen gibt es 5 x 2 Tickets zu gewinnen.
