Foto: 2011 Circque-Jackson I.P., LLC/ OSA Images, Costumes Zaldy Goco
Michael Jackson - THE IMMORTAL World Tour vom Cirque du Soleil bringt Tanz, Akrobatik und Live-Musik unter einen Hut. In Las Vegas soll die Show laut „Forbes Magazin" pro Nacht brutto 2,5 Millionen Dollar eingespielt haben. Brad Pitt, Angelina Jolie, Jay-Z, Beyoncé Knowles und Cee Lo Green haben sie bereits gesehen, ebenso unser Mitarbeiter Olaf Neumann.
Wie bringt man eine Michael-Jackson-Show ohne den leibhaftigen „King of Pop" auf die Bühne? Mit seinen charakteristischen Tanzschritten und der atemberaubenden Akrobatik des Cirque du Soleil. Mit Wahnsinns-Effekten und Raffinesse. Mit den Videoclips und der Stimme des Meisters selbst. Bei der US-Premiere in Las Vegas liegt Jacksons Gesang wie von Geisterhand gesteuert über einer Live-Band. Dass das Ganze nicht auseinanderfällt, dafür sorgt Jamie King (40). Er ist der Top-Regisseur in der Welt der Popmusik von heute. Seine Karriere begann er als Tänzer für Michael Jackson. In den vergangenen zwölf Jahren inszenierte King bombastische Bühnenshows für Britney Spears, Madonna, Céline Dion und Rihanna. „Michael Jackson - THE IMMORTAL World Tour" ist seine erste Zusammenarbeit mit dem Cirque du Soleil.
Die größte Show auf Erden
Im Frühjahr 2010 besuchte Jamie King die märchenhaft-bizarre Neverland-Ranch in Kalifornien. Diese Eindrücke verarbeitete er zur „größten Show auf Erden". Leute wie King sprechen in Superlativen. Seine Kreativpartner sind der Choreograf Travis Payne (40), Walt-Disney-Bühnenbildner Michael Curry (37) und der hippe New Yorker Modedesigner Zaldy Goco (41) - der Mann hinter den verrückten Kostümen von Lady Gaga. Alle drei waren maßgeblich an „Jackos" „This Is It!"-Konzertserie beteiligt, die im letzten Moment abgesagt werden musste. Bei „IMMORTAL" scheint es so, als halte Michael Jackson persönlich seine Hand im berühmten „Moonwalk"-Glitzerhandschuh über das Spektakel. Der Hybrid aus Pop-Konzert, Tanzshow, Zirkus, Musical, Film, Fantasy und Hightech-Spielereien ist extrem kurzweilig. Ein überwältigendes, Staunen erregendes, zuweilen hastiges Schauspiel. Die atemberaubende Band flitzt von Song zu Song: „Smooth Criminal", „Thriller", „Beat It", „They Don't Care about Us", „Earth Song", „Billie Jean". Musikalischer Leiter ist der Keyboarder Greg Phillinganes. Er und Schlagzeuger Jonathan „Sugarfoot" Moffett spielten über 25 Jahre für „Jacko". Der Zuschauer wird mit Bildern bombardiert. Einige kommen von einem beweglichen LED-Bildschirm, andere entstehen urplötzlich mitten auf der riesigen Bühne. Die Zombies und die Särge aus dem „Thriller"-Video, die Jackson Five mit bizarren Afro-Perücken und natürlich „Jackos" Schimpanse Bubbles. Zu den überdimensionalen Requisiten, die als Erzählelemente fungieren, gehören ein Geschichtsbuch, ein frei fliegender Ballon, ein gigantischer Hut, Jacksons Pennyloafers und Handschuhe - allesamt mit Tänzern, Akrobaten oder animierten Puppen darin. Der Star ist hier die Bühne.
Hommage an den „King of Pop"
Jamie King verneigt sich vor dem „King of Pop" ohne den Anspruch, dessen Leben chronologisch nachzuerzählen. Ihm gelingen berührende Szenen aus Jacksons Kindheit und seiner Zeit mit den Jackson Five. Es gibt auch durchaus ruhige Passagen, zum Beispiel wenn der junge Michael aus dem Off spricht. „Er war ein Menschenfreund. Dieser Aspekt seines Lebens bedeutet mir am meisten, er überstrahlt alles. Michael hat sich wirklich gesorgt um unsere Gesellschaft, um die Hungrigen. Er wollte die Welt zu einem besseren Ort machen. Dafür stehen Songs wie „Can You Feel It" oder „Heal the World". Er hat kranken Kindern Operationen und begabten eine Ausbildung finanziert, die sich das nicht leisten konnten. Die Einnahmen aus seiner „Victory"-Tour spendete er dem United Negro College Fund", sagte Tito Jackson (58) bei der Pressekonferenz im Mandalay Bay Hotel am Tag nach der Show. Er trauert immer noch. Dass sein Bruder auch nach seinem Tod noch so viele Fans hat, ist ihm ein Trost. „Und wenn ich mir die Show ansehe, spüre ich, Michael ist irgendwie dabei. Er ist eigentlich immer präsent. Die Show ist sehr spannend und authentisch. Sie zeigt alle Aspekte seiner Persönlichkeit. Man kann die Liebe und den Spirit fühlen, die von ihm ausgehen. Und es macht einfach Spaß, sich Klassiker wie ‚Smooth Criminal' live anzuhören, einige Musiker aus der Band haben ja lange mit Michael gearbeitet."
Musik eines Genies
Kevin Antunes ist Musikdesigner. Er war mit Madonna, Justin Timberlake, Janet Jackson und Rihanna auf Tour. Für die Cirque-du-Soleil-Show hat er versucht, sich die Musik von Michael Jackson völlig neu vorzustellen. Er glaubt, solch eine Performance verlange nach viel mehr Energie und mehr Dance-Grooves, als die bekannten Versionen sie bieten. So fügte er insgesamt 27 Masteraufnahmen jeweils etwas hinzu bzw. nahm ihnen etwas weg. Vor allem aber hat er Michael Jacksons Stimme, seine Diktion, sein Atmen hörbarer gemacht.
„Die ganze Show orientiert sich eigentlich an seiner Stimme", erzählt Antunes. „Alles, was man hört, ist also authentisch. Ich habe eng mit Sony zusammengearbeitet. Zu meiner Überraschung durfte ich Michaels umfangreiches Archiv benutzen. Dort habe ich unveröffentlichte Sachen aus der Jackson-Five-Zeit gefunden, die wir für diese Show verwenden. Mir und Jamie King war besonders wichtig, dass die Musik die Story vorantreibt."
60 Millionen Dollar Produktionskosten. 252 Kostüme. 1.000 Ausstattungsteile. Spezielle LED-Lichter und 3-D-Elemente. Dazu 64 Mitwirkende auf der Bühne. Der am 25. Juni 2009 in Los Angeles verstorbene „King of Pop" lebt weiter in seinen Werken, seinen Fans und nicht zuletzt auch in dieser bombastischen Show.
Michael Jackson - The IMMORTAL World Tour by Cirque du Soleil, 20.11. + 21.11., Kölnig-Pilsener-Arena, Oberhausen; 15.12., 20h, 16.12., 19h, LANXESS arena, Infos auf www.bb-promotion.de
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