Yamato
Foto: Masa Ogawa
Im Rahmen von 25 Jahre Kölner Sommerfestival steigt in der Philharmonie zwischen dem 10. Juli und dem 19. August ein Jubiläumsprogramm der Extraklasse.
Ein Vierteljahrhundert Sommerfestival, das muss einfach angemessen gefeiert werden. Eine Herausforderung - schließlich drängt sich angesichts der zahlreichen Programmhighlights vergangener Jahre die Frage auf, wie das alles noch zu toppen ist. Doch der Blick auf das diesjährige Programm zeigt: Es geht. Mit einer Mischung aus bewährten Publikumslieblingen, spektakulären Neuinszenierungen und einem „Sahnehäubchen": Statt drei gibt es diesmal vier internationale Spitzenproduktionen.
Ballet Revolución
Foto: Sven Darmer
Kuba: Die Tanzrevolution
„Die Kölner sind begeisterungsfähig, aber nicht anspruchslos", stellte Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner Philharmonie, anlässlich der Vorstellung des Programms fest. Da passt das erste Gastspiel auch gleich perfekt ins „Beuteschema": Mit „Ballet Revolución" kommt eine mitreißende Tanzshow an den Rhein. Erst im Juli vergangenen Jahres wurde das Programm in Australien uraufgeführt - und von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert gefeiert. Zurzeit befindet sich die Show auf großer Welttournee, die u.a. nach Singapur, Berlin, Wien und London führt - und nach Köln. Entstanden ist „Ballet Revolución" in Kuba. Das Ensemble setzt sich zusammen aus Tänzern der angesehensten Compagnien des Landes sowie den talentiertesten Absolventen der „Escuela Nacional Cubana de Arte". Diese Talentschmiede wurde 1961, zwei Jahre nach dem Sieg der Revolution, von Fidel Castro gegründet. Eine gute und visionäre Idee, wie sich herausstellte: Heute gehört der Tanzzweig der ENA zu den angesehensten der Welt. Es gibt wohl kaum einen zweiten Ort, an dem die typische kubanische Tanztradition auf vergleichbarem Niveau gelehrt wird. Diese verbindet auf einzigartige Weise afrikanische und spanische Einflüsse mit russischer Tanztechnik.
Auf der Tournee wird das Ensemble von einer zehnköpfigen Liveband begleitet. Auch hier setzt sich der hohe Qualitätsanspruch fort: Die Musiker sind allesamt Meister ihres Fachs. So unterstützt, performen die Tänzer von „Ballet Revolución" zu Hits von Shakira, Ricky Martin, Beyoncé, JLo und vielen anderen. Anhänger der Castingshow „Germany's Next Topmodel" werden sich zudem über folgende Info freuen: Die Kostüme für die Bühnenshow entwarf Laufstegtrainer Jorge Gonzales, der auf diesem Wege beweisen kann, dass sein Modebewusstsein sich nicht nur auf Highheels beschränkt.
Nach dem Eröffnungsblock vom 10.-15.7. gibt es weitere Vorstellungen vom 7.-12.8. und vom 16.-19.8.
West Side Story
Nilz Böhme
New York: Der Broadway-Dauerbrenner
Als die „West Side Story" 1957 am Broadway ihre Welturaufführung erlebte, war das Musical eine noch recht junge Kunstform. Genaues kann man nur mutmaßen, aber vermutlich gehörte damals schon einiges an Mut dazu, das klassische „Romeo und Julia"-Motiv in die New Yorker Bronx zu verlegen. Doch immerhin war es niemand Geringerer als Leonard Bernstein, der dieses Risiko dennoch auf sich nahm. Der Erfolg gab ihm Recht: Bis heute wird die tragische Liebesgeschichte des amerikanischen Teenagers Tony und der Puerto-Ricanerin Maria weltweit gespielt.
Seit 2003 gehört die West Side Story zum Repertoire von BB Promotion, dem Veranstalter des Kölner Sommerfestivals. Somit kommt der Broadway-Klassiker dieses Jahr auch an den Rhein. Da muss kaum noch erwähnt werden, dass Musicalfreunde sich auf eine Darbietung „vom Feinsten" freuen dürfen. So werden Tony und Maria etwa von Opernsängern gespielt. Neben absoluter Professionalität wird dabei auch viel Wert auf junge, frische, unverbrauchte Darsteller gelegt. „Die Verträge für sämtliche Haupt- und Nebendarsteller werden grundsätzlich nur für eineinhalb Jahre geschlossen", erklärt Executive Producer Dagmar Windisch. Danach wird das Ensemble ausgetauscht. Auf der Suche nach den besten Künstlern castet man an Orten wie New York und Paris. Die Mühe lohnt sich: In den vergangenen Jahren wurde das Musical nahezu weltweit aufgeführt, darunter auch an Orten, an denen man die „West Side Story" bisher noch nicht kannte, etwa in China.
Zu sehen vom 18.-29.7.
Japan: Die Publikumslieblinge
Eigentlich müsste man zu „Yamato" gar nichts mehr sagen. Seit die japanischen Trommler 2002 zum ersten Mal als Sommerfestival-Gäste von sich reden machten, sind sie in diesem Jahr zum nunmehr vierten Mal dabei. Damit gehören sie wohl zu den Künstlern, bei denen die bereits erwähnte Begeisterungsfähigkeit der Kölner Spitzenwerte erreicht. Im Gepäck haben sie diesmal ihr nagelneues Programm „Gamushara". Doch was ist so faszinierend an einem mehrstündigen Trommelkonzert? Dazu muss man wissen, dass das Yamato-Ensemble weit mehr ist als „nur" eine Gruppe Musiker. Vielmehr handelt es sich bei den Shows um ausgeklügelte Gesamtkunstwerke, bei denen Rhythmus, Choreografie und Lichteffekte die perfekte Einheit bilden. Bei der Musik verschmelzen traditionelle Trommelkunst und meditative Einflüsse mit moderner Popmusik. Um die bis zu 400 Kilogramm schweren Taiko-Trommeln zu beherrschen, wird den Performern nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich einiges abverlangt. Das hat sich mittlerweile weltweit herumgesprochen.
Zu sehen vom 31.7.-5.8.
Mummenschanz
Foto: BB Promotion
Schweiz: Der rare Klassiker
Ganz anders verhält es sich bei den letzten hier vorgestellten Festivalgästen. Diese gastierten nämlich zuletzt vor 30 Jahren in Köln.
Auch jetzt macht sich „Mummenschanz" - im Vergleich zu den anderen Gastproduktionen - vergleichsweise rar: Es gibt nämlich gerade einmal zwei Termine. Die aber sind mit Sicherheit absolut sehenswert. Das 1972 in der Schweiz gegründete Ensemble steht für eine ganz spezielle Art von Figurentheater, die nichts, aber auch gar nichts mit der Puppencomedy eines René Marik oder Sascha Grammel zu tun hat. Vielmehr entstehen bei „Mummenschanz" scheinbar aus dem Nichts immer wieder neue Figuren- und Bilderfolgen. Das funktioniert nicht etwa durch technischen „Schnickschnack", sondern nur über das präzise, pointierte Spiel der Darsteller. Gesprochen wird in den Shows übrigens nicht - und genau deshalb versteht man Mummenschanz auf der ganzen Welt.
Zu sehen am 13. und 14.8.
Daniela Abels
Der Vorverkauf für alle Vorstellungen hat bereits begonnen. Infos und Tickets auf www.koelnersommerfestival.de und www.koelnticket.de.
Wir verlosen 3 x 2 Tickets je Veranstaltung.
