(Foto: Jana Satler)(Foto: Jana Satler)

Bühne 2.10., 21h, Arkadas Theater (im Rahmen der Theaternacht)

Die genervte Stimmung, die angesichts einer anstehenden Beerdigung auf der Bühne des Arkadas Theaters herrscht, erscheint zunächst ebenso unangebracht wie die Tatsache, dass alle die Verstorbene nur abgekürzt „A.“ nennen. Schließlich handelt es sich um die Ehefrau, Freundin und Tochter der Beteiligten. Doch das Publikum erfährt bald den Grund für die seltsame Mischung aus Verstörung und Empörung: A. ist freiwillig gestorben. Die Polizei fand ihr Auto am Rande eines Feldes, mehrere unbeendete Abschiedsbriefe an ihren Mann, einen leeren Kanister Benzin und eine verkohlte Leiche auf dem Feld. Die Monologe der Verstorbenen selbst, die ebenfalls auf der Bühne anwesend ist, bieten jedoch keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Warum. A. spricht von ihrer Liebe zu ihrem Mann Gerd und ihren Träumen und versprüht dabei mehr Sehnsucht nach dem Leben als nach dem Tod. Währenddessen begeben sich ihr Vater, ihr Mann und ihre Freunde auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Beziehung zu A. In den Geschichten, die sie zu berichten wissen, entfesselt sich mehr und mehr der recht skurrile Witz des Stückes, den die Inszenierung von Gerrit Booms und der „theatergruppe köln“ ebenso gekonnt ausspielt wie sie die verschiedenen Charaktere karikiert. Wenn beispielsweise A.s Freundin Nina erzählt, wie sie von der Beerdigung auf die Geburtstagsfeier ihres Bruders flüchtet, dort erfährt, dass dieser heimlich in A. verliebt war und daraufhin mit ihm trinken und anschließend kotzen geht, erlebt die Inszenierung einen ihrer vielen tragikomischen Höhepunkte. Wenn die Darsteller aus der Handlung aussteigen und gemeinsam die „Reise nach Jerusalem“ spielen, wird symbolisiert, dass A. nicht wirklich ihren Platz in der Gemeinschaft fand. Perfekt passt dazu die stille, verschlossene, aber charaktervolle A., die Inka Bretschneider zeigt. Ihre wortkarge Art bildet einen effektvollen Kontrast zu der geballten Impulsivität von A.s kämpferischer Freundin Nina, in deren Rolle Kim Anderson überzeugt. Samuel Horn spielt Bongo, den Freund von A.s Ehemann Gerd, als hinreißend komische Mischung aus oberflächlichem, vergnügungssüchtigem Autofreak und treuer Seele. Nahezu genüsslich lässt die Theatergruppe Köln die komische über die tragische Seite der Ereignisse siegen. Perfekt passt da das überraschende Ende des Stückes, das diesen Sieg besiegelt. -se