(Foto: Arthur Köster/SIGNA)
noch bis So 28.10. 24h, Museumshalle Kalk
Vor einem Besuch der Museumshalle Kalk ist derzeit zu warnen. Er könnte süchtig machen, selbst wenn „Die Erscheinungen der Martha Rubin“ auf eine gewisse Art und Weise verstörend sind und manch einen dazu bringen, nach einiger Zeit fluchtartig das Gebäude zu verlassen, der Sog wiederzukehren ist groß. Denn kaum ein Theatererlebnis bietet dem Zuschauer das, was die Nonstop-Perfomance-Installation des dänisch-österreichischen Künstlerduos SIGNA kann: einmal einsteigen in das Theatergeschehen, sich plötzlich mitten in einem Film befinden, der kunstvoll die beklemmende Geschichte eines Dorfes erzählt, die genauso phantastisch ist, wie sie auf verstörende Weise an Ereignisse der Geschichte der Neuzeit erinnert. Das Torf „Rubytown“ befindet sich im Grenzbereich zwischen Nord- und Südstaaten, wo es von dem Nordstaatenmilitär strengstens überwacht wird. Sämtliche Bewohner sind Nachfahren einer legendären Figur namens Martha Rubin, die durch Weissagungen auf sich aufmerksam machte, bis sie 1930 in die „Zwischenwelt“ entschwand, von wo sie vor kurzer Zeit wieder gerettet wurde. Genauso beunruhigend wie spannend ist das, was die Dorfbewohner in folkloristisch anmutenden Klamotten in ihren Wohnwagen oder in den im 60er-Jahr Stil karg eingerichteten Bretterbuden dem Besucher bei einer Tasse Tee erzählen, stimmungsvoll die Atmosphäre, beklemmend das stete Gefühl möglicherweise von der Miliz aufgegriffen zu werden und großartig die Möglichkeit, als Zuschauer mitzuspielen. -se
(Foto: Arthus Köste/SIGNA)
(foto: Arthus Köster/SIGNA)



