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„Ich heiße Sad", stellt der südländisch aussehende Mann sich vor. „Auf Englisch heißt das traurig." Kurz darauf sagt er: „Ich weiß, wer ich bin. Ich bin der Dreck." „Dreck" ist auch der Name des Theatermonologs von Robert Schneider („Schlafes Bruder"). Darin erzählt ein arabischer Rosenverkäufer seine Geschichte: Er, der einst mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland kam, schlägt sich jetzt mehr schlecht als recht durch - Behördenwillkür und tägliche Anfeindungen seiner Umwelt inklusive. Verkörpert wird Sad vom türkischen Schauspieler Dinçer Güçyeter, der hier erstmals eine Hauptrolle spielt. Regie führt Theater-Tausendsassa Gerd Buurmann, dessen bekanntester Coup die wöchentliche Offene-Bühne-Show „Kunst gegen Bares" ist. Mit „Dreck" beweist er einmal mehr seine enorme Vielseitigkeit und verleiht der Inszenierung dabei seine ganz eigene Handschrift. An einigen Stellen entfernt sich „Dreck" von der Originalvorlage. Schneider schrieb das Stück nämlich vor 20 Jahren, so dass heute nicht mehr alle Details aktuell sind. So entstand die Idee, zwischendurch auch immer wieder den privaten Dinçer Güçyeter zu Wort kommen zu lassen, teilweise im Dialog mit dem Regisseur. Dabei wird auch viel improvisiert, so dass jede Vorstellung ein bisschen anders ist. Diese spontanen Dialoge sind äußerst unterhaltsam und bilden damit ein wichtiges Gegengewicht zum ernsten Inhalt. Außerdem passt die Vorgehensweise zum Konzept, an jedem Spielort nur einmal aufzutreten: „Ein Rosenverkäufer ist ja auch jeden Tag woanders", erklärt Buurmann. So fand die Premiere im Oktober auf der Bühne der Kulturen statt und zwischenzeitlich gab es u.a. eine - ausverkaufte - Vorstellung in Essen. -da