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Interviews

In Teufels Küche

Die Jazzkantine fusionierte bereits Jazz und HipHop, widmete sich deutschsprachiger Soulmusik und Theatermusiken. Auf ihrem Album „Hell’s Kitchen“ präsentiert die neunköpfige Combo ihre Versionen großer 80er-Jahre-Rock- und Metal-Klassiker. Grund genug für ein Gespräch mit Sänger Cappuccino und Band-Gründer Christian Eitner.

Wie ist die Idee entstanden, ein Album mit  stilentfremdeten Hardrock-Songs zu machen?

Christian: Es gibt eine Art Metal-Vergangenheit oder -Leidenschaft in unserer kleinen Kapelle, und daraus hat sich öfters ergeben, dass wir als Zugabe die eine oder andere Rocknummer gespielt haben. Von „Smoke on the Water“ bis „Walk This Way“, also diese Klischee-Dinger, die eigentlich nicht mehr gehen. Und aus diesem Grund haben wir gedacht: Wir nehmen jetzt auch die ganzen anderen, die heute im Original keiner mehr hören kann, und packen sie im Kantinen-Style in ein neues Gewandt. Damit haben wir sehr viel Freude gehabt und auch schnell gemerkt, das liegt uns ganz gut.

Was fasziniert euch an den großen Heavy-Metal-Bands?

Christian: Das sehr gute Handwerk! Und dieses Selbstironische, das ich Leuten wie David Lee Roth, Ozzy Osbourne oder Gene Simmons von Kiss unterstelle. Das war mir immer schon sympathisch. Zudem war dieses Metal-Jahrzehnt gitarrenmäßig virtuos – jede gute Heavy-Metal-Band hatte einen tierischen Lead-Gitarristen.

Welches ist denn die beste Heavy-Metal-Band aller Zeiten?

Beide: „AC/DC“!

An welchem Lied habt ihr am meisten getüftelt? 

Christian: Eigentlich war es relativ easy: Es waren fast ausschließlich First-Take-Geschichten, wo wir nur verabredet haben, das und das machen wir. Nur bei „Back in Black“ gab’s latente Streitereien, weil wir das sehr langsam gespielt haben. Es war schwierig, einen Sänger zu finden, denn so war es nicht richtig dankbar zu singen. Das Stück hat viele lang gezogene Refrains, die „AC/DC“-mäßig noch gut funktionieren, aber als Funk eben schwierig sind. Auf Max Mutzke sind wir durch Zufall gekommen. Der hat uns sehr überrascht: Ein tierischer Sänger, hätte ich niemals gedacht.

Ob euch Metallica-Fans verzeihen werden, dass ihr Xavier Naidoo bei „Nothing Else Matters“ habt singen lassen?

Christian: Ich glaube, sie werden es uns nicht verzeihen, um das gleich zu beantworten. Wir haben Xavier Naidoo das Ding zugeschickt, wir kennen den seit vielen Jahren und sind auch Weggefährten. Ich weiß, dass er auch sehr polarisiert mit seiner Christen-Message, die vielen zu hart ist. Gleichzeitig haben wir ihn auch kennengelernt in dieser Mannheimer Kommune als jemanden, der das wirklich auch lebt und nicht als Promo-Ding abzieht.

Welche Gast-Stars kommen denn mit auf Tour? Die haben ja sicher nicht alle Zeit …

Christian: Das Problem haben wir schon, seit es die Jazzkantine gibt –  mit „Smudo“ angefangen. Da haben wir auch schon jongliert. Pauschal würde ich sagen, die haben alle Lust mitzumachen, aber nicht immer Zeit. Da wir mit Sicherheit viele Songs aus dem neuen Album spielen werden, sind wir guter Dinge, dass hier und da Überraschungsgäste dabei sind.

Wenn ihr in Köln seid, guckt ihr euch dann was von der Stadt an oder kennt ihr schon alles?

Christian: Kennen wir schon alles! Alle Bordelle, alle In-Kneipen …

Cappuccino: Einer meiner größten, bewegenden Momente als Musiker ist, dass man aus dem kleinen Braunschweig in einen Tourbus einsteigt, da nachts noch ’ne riesige Party macht und eigentlich gar nicht so richtig merkt, dass man auf der Autobahn unterwegs bist. Dann kommt man aus dem Bus raus und sieht das erste Mal in seinem Leben überhaupt so ein großes Gebäude wie den Kölner Dom. Da denkt man: „Alter Schwede!“ Das ist jetzt aber auch schon zwölf Jahre her. -Sascha Kinzler

Jazzkantine, 12.11., 21h, Gloria

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