„Cool, Mann, dass du hier bist.“
Micki Pick, Daniel Czichopad und Georg Schmitz-Behrenz (Foto: (c)Susanne Esch)Im März feiert die Live Music Hall ihr 20-jähriges Bestehen. Deshalb werden die Gäste der Partyreihen mit Jubiläums-Specials beschenkt. Mit welchen, wird noch nicht verraten, aber über ihr Erfolgsrezept haben uns die Geschäftsführer Micki Pick, Georg Schmitz-Behrenz und Daniel Czichopad eine Menge erzählt.
Wann genau habt ihr die erste Veranstaltung auf die Beine gestellt und was war es?
Micki: Wir haben mit Partys begonnen, dann kamen nach einigen Monaten die Konzerte hinzu. Ich erinnere mich an die erste Band, ich glaube, das waren Camper van Beethoven, eine Indie-Rock-Band aus den USA. Dann kamen bald auch die kommerziellen Sachen wie Alana Miles, George Clinton, Johnny Guitar Watson und The Neville Brothers.
Warum habt ihr eine Konzerthalle eröffnet?
Micki: Ich habe vorher schon Konzerte und Partys organisiert. Wenn man als Veranstaltungsagentur arbeitet, dann ist man abhängig von Terminen, an denen man die Konzerthallen belegen kann. Deshalb haben wir eine eigene Halle eröffnet. Außerdem gab es damals in Ehrenfeld noch überhaupt nichts. Wir wollten natürlich auch Geld verdienen. 1996 haben dann meine Partner gewechselt.
Georg: Da wurden dann der Marcel Klein (Anm. der Redaktion: bis 2000) und ich Geschäftsführer. Wir haben dann das Programm weiter ausgebaut und die Partys nach vorne gebracht. Da haben wir dann auch ein gutes Händchen gehabt.
Warum habt ihr speziell das Partyprogramm verstärkt?
Georg: Es fehlte einfach an Partys in großen Räumlichkeiten. Es gab eher viele kleine Diskotheken. Hier haben wir ein bisschen mehr Möglichkeiten gehabt, etwas zu machen.
Gab es denn Veranstaltungen, die nicht gelaufen sind?
Micki: Ja klar, man hat zwar Visionen und glaubt daran, aber das heißt ja nicht, dass es funktioniert. Zum Beispiel haben wir Konzertreihen aufgebaut und es kamen einfach zu wenig Leute. Wir haben dann gemerkt, dass wir etwas falsch gemacht oder dass die Leute das Konzept nicht verstanden haben.
Welche Fehler habt ihr gemacht?
Georg: Die haben wir in erster Linie im Partybereich gemacht. Es gab beispielsweise eine Party, die hieß Tanzpalast. Das war ein echter Fehlgriff. Ich glaube allerdings nicht, dass die Musik, die Werbung oder der Zeitpunkt falsch war, sondern dass es nur am Namen lag. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Leute keinen Bock hatten, so weit rauszufahren. Mittlerweile sind die Verbindungen ja viel besser geworden, aber 1996 sah das noch ganz anders aus. Da ging um zwei Uhr nachts die letzte Bahn.
Was waren denn eure Erfolge?
Micki: Georg kümmert sich primär um die Partyreihen und hat sehr erfolgreiche Partys durchgesetzt, obwohl wir am Anfang skeptisch waren, beispielsweise die 80er-Jahre-Party und „Poplife" freitags. Die sind auf seinem Mist gewachsen. Erfolgreich sind vor allem die Veranstaltungen, für welche die Leute von sehr weit herkommen.
Daniel: Von Konzerten ist man das ja gewohnt. Da campen Leute schon tagelang vor der Halle, um ihr Idol zu sehen und in der ersten Reihe zu stehen. Das ist schon ziemlich krass. Aber etwas ganz Besonderes ist es natürlich, wenn Leute aus Holland oder Belgien zu einer Party kommen und teilweise sogar Stammgäste sind, die wirklich anderthalb Stunden fahren, nur um hier zu feiern.
Welche Party hat denn so die meisten Stammgäste?
Daniel: Das ist schwer zu sagen. Die meisten Stammgäste, die über Jahre hinweg kommen, teilweise ihre Jugend hier verbracht haben und heute immer noch vorbeischauen, hat der „Rockgarden" samstags.
Micki: Ich wüsste auch in Köln und Umland keine anderen Partyreihen, die über zehn Jahr oder länger mit den gleichen Namen und dem gleichen Konzept auf dem Markt sind. „Poplife" ist letztes Jahr zehn und der „Rockgarden" ist 15 Jahre alt geworden. Viele Veranstaltungen gibt es zwei, drei Jahre und dann verschwinden sie wieder. Da kann man sich selber fragen, warum es Partyreihen wie „Poplife" oder „Rockgarden" so lange gibt. Wenn man hier hereinschaut, hat man die Antwort.
Die Bandbreite an Bands ist ja recht groß - von Pop über Rock bis hin zu Metal und Punk. Gibt es einen Schwerpunkt?
Micki: Es gibt keinen Schwerpunkt, aber wir haben ganz wenig Jazz oder Folk und keine Schlager.
Worauf legt ihr in eurem Partyprogramm besonderen Wert?
Daniel: Die Mittwochsparty, die „Poplife" und die 80er-Jahre-Party sind purer Mainstream. „Rockgarden" ist dann schon eher auch etwas spezieller. Da wird nicht nur Mainstream im Rock- oder Metalbereich aufgelegt, sondern es werden auch sehr spezielle Sachen aus dem Bereich Indie-Rock gespielt, beispielsweise Stoner-Rock und Emo, aber auch keine Songs, die man in irgendeinem Radiosender hören könnte, sondern eher undergroundige Stücke. Das ist, glaube ich, auch das Erfolgsrezept.
Welches nächste Highlight steht schon fest im Programm?
Daniel: Meiner Meinung ist das Slayer, die jetzt bald hier spielen. Die will ich unbedingt mal sehen, obwohl das eigentlich nicht meinem Musikgeschmack entspricht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die irgendwann bei uns spielen. Ich habe gedacht, die sind zu groß für uns. Das würde ich als Highlight für die Halle verbuchen.
Seid ihr privat auch in Clubs oder Konzerthallen unterwegs?
Micki: Ich gehe gerne überall hin, wo ein gutes Konzert läuft. Was Partys betrifft, muss unser jüngerer Kollege antworten.
Daniel: Ich gehe gerne in den Bogen 2, den Sensor Club, ins Blue Shell, in den Tsunami Club, ins Underground und den Sonic Ballroom.
Micki: Ich hatte da mal ein sehr lustiges Erlebnis mit einem Taxifahrer. Als ich zu ihm sagte, dass sich in die Live Music Hall, möchte, fragte er mich: „Meinen Sie das ernst? Das ist doch was für junge Leute." Drei Wochen später bin ich wieder hier gelandet, und dann sagt mir so ein 25-Jähriger: „Cool, Mann, dass du hier bist. Das finde ich cool!"
Susanne Esch

Herr Unbekant23.02.2011 um 16:58 Uhr
Der Daniel Czichopad ist kein Geschäftsführer und der Georg Schmitz hatte nicht vor die LMH auf zu machen er ist erst in der Mitte ungefähr ins Geschäft gekommen!Es war allein Micki Pick der als aller erstes und allein die LMH gegründet hat!