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Interviews

Schwedische Wertarbeit

Das dritte Album des Quintetts Shout out Louds aus Stockholm trägt den programmatischen Titel „Work" und bietet, wie schon seine Vorgänger, gewitzten Gitarren-Pop mit hohem Ohrwurm-Faktor. Sebastian Schmitz sprach mit dem Sänger und Gitarristen der Band, Adam Olenius.

Ihr seid die „bekannteste unbekannte Band" derzeit. Gut möglich, dass das mit „Work" vorbei ist. Befürchtet ihr, dass ihr euer Image als Independent-Band bald los seid?

Wir sind natürlich alle sehr aufgeregt und gespannt, wie das neue Album ankommt. Und wir freuen uns auch darauf, vor einem größeren Publikum zu spielen. Dieses Underdog-Image haben wir aber immer sehr genossen. Ich denke, dass man als Band bekannter werden und sich dennoch ein Independent-Image bewahren kann. Das hat weniger mit dem Bekanntheitsgrad zu tun, sondern damit, wie sich eine Band selbst sieht und wie sie sich nach außen gibt. Uns ist wichtig, die Menschen mit unserer Musik emotional zu bewegen.

Trotz des Namens „Work" eignet sich das Album wunderbar zum Entspannen. Ist das das Gefühl, das ihr mit diesem Album vermitteln wolltet?

Ja schon. Insbesondere die Singles „Fall Hard" und „Walls" transportieren dieses Gefühl. Aber ich hoffe natürlich, dass sich die Leute das ganze Album anhören. Ich denke, „Work" ist das ausgewogenste und anspruchsvollste Album, das wir bisher gemacht haben. Mir gefällt auch „Throwing Stones" gut, weil es ein sehr persönlicher Song ist.

Habt ihr Vorbilder? Zu wem siehst du persönlich auf?

Ich sehe nicht zu Leuten auf, weil ich machen will, was die machen, sondern ich bewundere deren Kreativität. David Bowie zum Beispiel ist so jemand, weil er so viele unterschiedliche Projekte realisiert hat. Aber auch Lou Reed, Chad Baker und Miles Davis oder Maler wie Andy Warhol sind in gewisser Weise Vorbilder. Es gibt so viele kreative Leute da draußen, die immer unabhängig waren und ihr eigenes Ding gemacht haben. Ich mag auch die großen amerikanischen R'n'B-Stars von heute wie etwa Jay Z. Diese Leute arbeiten ebenfalls sehr hart, stehen ständig im Rampenlicht und machen dennoch tolle Musik.

Ihr musstet euch den Erfolg hart erarbeiten und hattet kein riesiges Label, das euch gehypt hat. Seid ihr manchmal etwas neidisch auf die Unterstützung und die Annehmlichkeiten, die andere Bands von Beginn an haben?

Einige Bands, mit denen wir auf Tour waren, sind schon mit ihrem ersten Album sehr bekannt geworden und haben dann große Konzerte gespielt. Ich würde aber nicht sagen, dass wir neidisch auf deren Erfolg sind. Aber natürlich kann es frustrierend sein, wenn man im Tour-Bus liegt, es kalt ist und man die ganze Nacht durchmachen muss. Dann wünscht man sich schon etwas mehr Komfort. Aber ich bin glücklich, dass wir uns mit jedem Album verbessert haben und immer mehr Leute zu unseren Konzerten gekommen sind. Viele Bands, die mit dem ersten Album so gehypt worden sind, waren danach ausgebrannt, gelangweilt oder hatten andere Probleme. Es war gut für uns, dass wir Schritt für Schritt vorwärtsgegangen sind, sonst wäre der Druck vielleicht zu groß geworden.

Live: 30.3., 21h, Live Music Hall

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