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Interviews

„Ravioli für alle Fälle“

Der Kölner Jungunternehmer Stephan Boltz (32) und der Ex-Kölner Arzt Frank Hengl (31) machen sich am 6.11. in einem VW-Bus auf zur Rallye Dresden - Dakar - Banjul. Was sie dazu bewegt, erzählten sie Tatjana Fink.

Ihr beide startet bei der Diesel & Dust Challenge. Wo seid ihr auf die Rallye gestoßen?

Stephan: Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen und war sofort Feuer und Flamme. Ich wollte immer mal nach Afrika, um vor Ort z.B. Wasserleitungen zu bauen. Als gelernter Heizungsbauer wäre das kein Problem, leider hatte ich aber nie genug Zeit für ein solches Projekt. Bei dieser Rallye, die ja nur knapp vier Wochen dauert, kann ich ebenfalls helfen, da die Autos am Ende für einen karitativen Zweck versteigert werden.

Wann entstand die Idee, selbst daran teilzunehmen?

Stephan: Direkt nach dem Fernsehbericht rief ich Frank an und erzählte ihm davon. Viel Überzeugungsarbeit musste ich nicht leisten.

Was erhofft ihr euch davon?

Stephan: Zum einen werden wir durch sieben Länder auf zwei Kontinenten fahren - das wird eine Menge neuer Eindrücke mit sich bringen. Zum anderen möchten wir die vielen Kontakte, die wir in Deutschland haben, nutzen, um in Gambia Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Wie geht so eine Rallye vonstatten?

Frank: In Europa steht es jedem frei, wie er fährt, der erste feste Treffpunkt ist an der Fähre nach Marokko. Ab da fahren wir alle dieselbe Strecke und treffen uns abends an ausgemachten Punkten, um unser Lager aufzuschlagen. Durch die Sahara werden wir recht eng zusammen fahren, ein Wüs-tenführer wird uns den Weg weisen, feste Straßen gibt es hier nicht mehr. Da wir ca. 7.500 km in 20 Tagen zurücklegen und ab Marokko nur noch langsam vorankommen, werden wir nahezu jeden Tag fahren.

Gibt es vor Ort Dinge, vor denen ihr Angst haben solltet?

Frank: Mauretanien, als eines der sieben Länder, die wir durchqueren, birgt mit einer aktuellen Einreisewarnung des Auswärtigen Amtes zumindest ein gedankliches Gefahrenpotenzial. Laut Veranstalter ist die Gefahr aber überschaubar.

Wie bereitet ihr euch vor?

Frank: Medizinisch sind wir gut ausgerüstet, und der Bulli wird noch so ausgebaut, dass wir darin schlafen und weitere Materialspenden sicher verstauen können. Und da brauchen wir noch so einiges: Ersatzreifen, Benzinkanister, Klappspaten, Sandbleche, Gaskocher, Campinggeschirr und Taschenlampen.

Ihr bezahlt die Rallye aus eigener Tasche und verkauft den Bus vor Ort, um den Erlös an „Ärzte helfen e.V." zu spenden. Könnt ihr Hilfe gebrauchen?

Frank: Sachspenden für verschiedene andere Projekte wie Schulen und das örtliche Krankenhaus können wir gebrauchen. Natürlich freuen wir uns auch über Sponsorengelder, die uns bei den Fahrtkosten entlasten. Hierfür haben wir auch ein Sponsorenkonto eingerichtet. (Anm. d. Red.: Kto.-Nr. 365075, BLZ 37050299, Kennwort: „Kölner helfen in Gambia")

Nennt mir drei Teile, die ihr auf jeden Fall in den Koffer packt.

Stephan: Eine Dose Ravioli für alle Fälle, eine Kamera, um alles zu dokumentieren, und ein Abschleppseil.

Infos ab Anfang September unter www.bordbar-racingteam.de,
Spenden-Hotline: 0151-24 02 94 72

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