Dirk Steinkühler (li.) und Joachim Kühn
Am letzten Augustwochenende starten zum ersten Mal die Kölner Kinonächte, um mit einem vielfältigen Programm das Kölner Kino und die Filmszene der Stadt für ein Wochenende in den Mittelpunkt zu rücken. Wir haben mit den Veranstaltern Joachim Kühn und Dirk Steinkühler von der „Kino Gesellschaft Köln“ gesprochen.
Kölner Kinonächte, welche Idee steckt dahinter?
Wir haben für den Film und das Kino nach einer Entsprechung gesucht, wie es das für die anderen Kultursparten mit den Langen Nächten gibt. Es gibt ja schon seit einigen Jahren die Lange Nacht der Musik und der Theater. Im Bereich Kino und Film gibt’s so etwas noch nicht.
Lässt sich das Konzept von Theater oder Museum kopieren?
Nur bedingt. Man kann das bei Film nicht zum Event machen, wo man sich überall Häppchen anguckt und dann zur nächsten Location fährt. Die meisten Filme dauern ja bekanntlich etwas länger, und deshalb gehen die Kölner Kinonächte über einen Samstag und einen Sonntag, so dass man auch Gelegenheit hat, sich mehrere Spielfilme angucken zu können.
Ist die Idee, so etwas fürs Kino zu etablieren, neu?
Für Kino gab’s so was noch nicht. Es gab ja in der Kulturhauptstadtbewerbung die speziellen Sonntage vom „Kölner Stadt-Anzeiger“, wo einer dem Film und einer dem Kino gewidmet war. Aber dass da - raus ein ganzes Wochenende gestaltet wird, das hat es bisher hier in Köln noch nicht gegeben.
Wie ist die Resonanz bei den Kinos und der freien Filmszene?
Die Initiativen, Festivals und Kinos, die angesprochen wurden, haben in der großen Mehrzahl positiv reagiert. So werden z.B. alle größeren Festivals, die hier in Köln stattfinden, die Wettbewerbe veranstalten und Preise verleihen, sich mit Programmen beteiligen. Es gibt bereits um die 15 Spielorte. Darunter viele der gewerblichen Kinos, aber auch Spielstätten in den Museen oder anderen Orten wie mehrere der Open-Air-Kinos. Die Spannbreite der Veranstaltungsorte ist jetzt schon sehr groß, und nach wie vor sind weitere Kinos und Spielorte eingeladen, sich zu beteiligen.
Wie sieht die organisatorische Abwicklung aus?
Es ist geplant, dass die Spielstätten und Initiativen in Eigenregie nicht nur ein Programm anbieten, sondern über die Dauer der Nächte mehrere Filme oder Programme. Für das Wochenende gibt es ein Gesamt-Ticket, das vom Preis günstiger als zwei normale Kinokarten am Wochenende sein soll und auch in der Zeit der Nächte als Fahrkarte der KVB benutzt werden kann. Mit dem Gesamt-Ticket muss man sich dann vor Ort wieder eine Karte besorgen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Einzeltickets zu lösen.
Gibt es ungewöhnliche Spielstätten?
Ja, mehrere sogar. Es gibt auch Angebote für mobile Projektionen, ein Modell, das gerade beim Frauenfilmfestival in Dortmund erfolgreich praktiziert worden ist. Dort wurden Kurzfilme auf die Wände der Stadt projiziert. Die Möglichkeiten, neue Orte für den Film auszuprobieren, sind bei einem solchen Ereignis natürlich in viel größerem Ausmaß gegeben.
Kann man schon etwas über die Programmauswahl sagen?
Nur bedingt, denn die liegt ja in den Händen der einzelnen Anbieter. Es soll aber nicht so sein, dass das normale Kinoprogramm einfach in die Kinonächte integriert wird. Wir werden aber mit der Abschlussveranstaltung im Schauspielhaus den Rahmen für eine feierliche Kinopremiere liefern. Der Auftakt findet bereits zwei Tage vorher in der Philharmonie statt, dort gibt es eine Vorführung von „Metropolis“, die gleich von zwei Orchestern begleitet wird.
Wie wird verhindert, dass sich Programme thematisch überschneiden?
Das ist unsere Aufgabe: die Programme, die aus der Kölner Kinoszene kommen, zu koordinieren.
Kann das Ereignis dazu beitragen, dass die Kölner Kinoszene stärker als Ganzes wahrgenommen wird?
Ja, das wäre schön. Bei der Sache soll auch ein Vernetzungsgedanke im Vordergrund stehen, auf dass verschiedene Spielstätten und Initiativen schon im Vorfeld miteinander ins Gespräch kommen.
Wann kann man davon ausgehen, dass das Programm feststeht?
Spätestens Anfang Juli, wir haben jetzt die erste Deadline für Ende Mai gesetzt. Da wird aber noch im Juni Platz für Nachrücker sein.
Kölner Kinonächte
Die Kölner Kinonächte funktionieren grundsätzlich ähnlich wie die Langen Nächte der anderen Kultursparten in Köln. Das heißt, die Kölner Kinonächte bieten eine Plattform, die es den Kinos, Festivals, Programm-Machern, Produzenten, Spielstätten und Initiativen ermöglicht, ihre Programme zu präsentieren. Die inhaltliche Auswahl der Programme obliegt also ganz und gar allen genannten Partnern und Interessenten. Die „Kino Gesellschaft Köln“ schafft den äußeren Rahmen, in dem diese Programme präsentiert werden. Die „Kino Gesellschaft Köln“ bittet alle Interessenten, ihre Programmvorschläge – so dies nicht schon geschehen ist – bis Ende Mai per E-Mail (info@kinogesellschaftkoeln.de) zuzuschicken. Es müssen noch keine Spielorte dafür genannt oder von den einzelnen Anbietern organisiert werden. Wenn die Spielorte allerdings schon feststehen (oder man selbst als Spielort mit im Boot ist), dann sollte der Ort oder das Wunsch kino auch schon genannt werden.
Die Kölner Kinonächte finden in einem Zeitraum von 24 Stunden von Samstag, 29. August, ab 18 Uhr, bis Sonntag, 30. August, 18 Uhr statt.
