Kommerzielle Links:

Hotel Köln
Vergleichen Sie Hotelpreise und buchen Sie gleich online.

Köln Hostel
Die besten Hostels in Köln

Werbeagentur
Werbeagentur Berlin - ob Spree oder Rhein, kreative Werbung soll es sein.

Platten

Friedemann Weise: self-titled

Day-Glo Records

Trash-Pop „Was ist denn das?", fragt man sich, wenn man diese Scheibe erstmals in den CD-Player geschoben hat. Dilettantisch anmutende deutsche Texte im „Reim dich oder ich fress dich"-Style treffen die Ohren, dazu 08/15-Schlagzeug, Grundpattern-Rockgitarre und Whooo-Whooo-Chöre. „Deutschsprachiger, textbetonter Rock 'n' Roll / das ist, was ich mache", gibt Friedemann Weise im Refrain des gleichnamigen Titeltracks zur Antwort. Doch so leicht lassen wir ihn nicht davonkommen: Was er macht, ist eine krude Mischung aus Helge Schneider im Studenten-Sound („Friedman Wiese"), Deichkind auf Dope („Starterset"), einer Rock-Coverband („Hollywood") und dem Lagerfeuer-Barden in der Einzimmerwohnung nebenan („T-Shirt und ­Jeans"). Als Gewürze in diesem obskuren und trotzdem schmackhaften Stil- und Sound-Eintopf ebenfalls vorhanden: die inszenierte Laienhaftigkeit der frühen Tocotronic, die lässige Rotzigkeit des jungen Udo Lindenberg, das legere Timing eines Frank Spilker. Das ist Punk, von der Einstellung her.
Mister Weise zieht seit 2006 als Singer/Songwriter durch die Lande, hat alle Instrumente auf diesem seinem Debütalbum selbst eingespielt - mit Ausnahme des Schlagzeugs - und verfügt ganz nebenbei offensichtlich über eine gut sortierte Plattensammlung. Denn der Kölner streut in seine luftigen und frischen Songs einige musikalische Verweise ein. Beispiele: In „Hollywood" trifft „Locomotive Breath" (Jethro Tull) auf „(I'm your) Hoochie Coochie Man" (Willie Dixon). Im Refrain löst sich das Ganze dann jedoch in perligen Surfpop auf. In dem trashigen Lo-Fi-Track „T-Shirt & Jeans" klingt das legendäre Keyboard-Lick von „Popcorn" (Hot Butter) an, in „Starterset" kombiniert Weise Drumcomputer, funkige E-Gitarre im großvolumigen Analog-Rock-Sound mit einem typischen Glam-Rock-Keyboard-Lick. Und „Augen", ein ebenso puristischer wie gelungener Singer/Songwriter-Reggae, ist der erste Song seit „Wind of Change" (Scorpions), bei dem Pfeif-Einlagen nicht peinlich sind. Friedemann selbst beschreibt seine Musik so: „Jack Johnson auf Hartz IV". Hier ist jemand am Werk, der viel gute Laune, Selbstironie und vor allem viel Spaß hat. Und das überträgt sich auf den Hörer. Die Zutaten dieser Platte sind nicht neu, aber das Gericht, das daraus zubereitet wurde, ist stimmig, schräg, energetisch, inspiriert und gute Laune induzierend. -ski

Live: 26.12., 20.30h, Stadtgarten

Kommentare zu "Friedemann Weise: self-titled"

Bisher wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Eigenen Kommentar zu "Friedemann Weise: self-titled" abgeben

Zum Schutz gegen Spam und Betrugsversuche setzen wir bei Gästen ein sogenanntes CAPTCHA ein. Geben Sie also die beiden im Bild enthaltenen Worte oder die vorgelesenen Zahlen in das Eingabefeld ein, wenn Sie sich nicht registrieren oder einloggen möchten.