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Public Enemy No. 1 – Todestrieb

R: Jean-François Richet, D: Vincent Cassel, Ludivine Sagnier, Mathieu Amalric, Gérard Lanvin, Start: 21.5., FSK: 16

Drama Der erste Teil über Mesrines Aufstieg zum gleichermaßen gefürchteten wie gefeierten Gangster legte den Grundstein zum Verständnis dieser schillernden Persönlichkeit. Funktionierte das Biopic bis dahin als lupenreiner Genrethriller, so kommen nun, bei der Schilderung von Mesrines letzten Lebensjahren, noch stärker die psychologischen Aspekte zum Tragen. Zurück in Frankreich, agiert Mesrine fortan auf eigene Faust. Wie ein Rockstar bewegt sich der Gangster durch eine Welt im Umbruch, nur dass bei ihm nicht die Gitarre, sondern Schusswaffen den Rhythmus vorgeben und das Motto „Live fast, die young“ einen grimmigen Ernst bekommt. Dass sich der Bankräuber und Ausbrecherkönig dabei im Kontext der politischen Rebellion sieht und auf die Terrorgruppen in Deutschland und Italien, RAF und Rote Brigaden, bezieht, übertüncht nur unzureichend seine eigentlichen Motive. Mit zunehmender Brutalität führt Mesrine seinen persönlichen Feldzug gegen den Staat, bei dem er weder sich noch seine Umgebung schont. Neurotisch und narzisstisch zugleich, kokettiert er mit der eigenen Legende, zu der ihn die Medien gemacht haben. Kratzer an seinem Bild duldet er nicht. So muss ein Journalist einen kritischen Artikel über ihn beinahe mit dem Leben bezahlen. Wie bereits im ersten Teil ist Vincent Cassel das Herz des ganzen Filmes. Der Franzose überzeugt mit physischer Präsenz und intensivem Spiel in allen Facetten: Er ist in einem Augenblick charmanter Frauenheld und draufgängerischer Rebell und zeigt im nächsten Moment die dumpfe Brutalität eines unberechenbaren Gewalttäters. Mit deutlich schnelleren Schnitten und actionlastigeren Szenen unterstreicht Regisseur Richet diese Unruhe seines Helden, der unbeirrt in sein Verderben rennt. Bleibt zu hoffen, dass das Konzept, den Film in zwei Teilen herauszubringen, aufgeht. -nr

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