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Nokan – Die Kunst des Ausklangs

R: Yojiro Takita; D: Masahiro Motoki, Tsutomu Yamazaki, Ryoko Hirosue; Start: 26.11.

Tragikomödie Als sein Orchester aufgelöst wird, steht der junge Cellist Daigo (Masahiro Motoki) vor dem Nichts. Ohne Geld und Perspektiven zieht er mit seiner Frau gezwungenermaßen zurück in sein leer stehendes Elternhaus in der Provinz. Arbeit ist hier allerdings auch nicht leicht zu finden. Deshalb ist die Freude bei dem Paar groß, als ihm das kleine Reiseunternehmen des exzentrischen Besitzers Sasaki sofort eine gut bezahlte Stelle anbietet. Umso bestürzter ist Daigo, als er am ersten Arbeitstag bemerkt, dass es sich bei den „Touren" um jene letzten Reisen handelt, die jeder Mensch nach dem Tod antritt. Weil er aber nicht wieder ohne Arbeit dastehen möchte, beginnt er seinen Job, bei dem es darum geht, die Toten nach festgelegtem Ritual vor versammelter Trauergemeinde zu waschen, zu kleiden und aufzubahren. Nach einer Einführungszeit voller grotesker Situationen und skurriler Schockmomente findet Daigo sogar Gefallen daran, weil er bemerkt, wie sehr seine Tätigkeit den Verbliebenen hilft, mit ihrer Trauer umzugehen. Nur in der Öffentlichkeit gilt sein Job als nicht gesellschaftsfähig, weshalb ihn auch seine Frau massiv unter Druck setzt. Dass der Tod allmählich als Thema kein Tabu mehr darstellt, belegen nicht nur eine Fülle von Büchern, sondern auch viele Filme und Fernsehserien, wie „Six Feet under". In diesen Trend passt auch die feinsinnige Tragikomödie aus Japan, die bei der diesjährigen Oscarverleihung die Trophäe für den besten fremdsprachigen Film einheimste. Yojiro Takita gelingt es hier, ein schwieriges Thema mit Humor und dennoch dem nötigen Ernst umzusetzen. Dabei findet er für seine facettenreichen und geschickt ausbalancierten Figuren die passenden Darsteller. Vorneweg natürlich Masahiro Motoki, der den Ritus des Aufbahrens mit solcher Kunstfertigkeit zelebriert, dass man ihm glaubt, in seiner Tätigkeit sein Glück gefunden zu haben. So macht der Film mit großer Eindringlichkeit deutlich, dass der Umgang mit dem Tod viel darüber erzählt, wie man sein Leben lebt. Das ist eine Erkenntnis, die kulturübergreifend auch für hiesige Breiten ihre Relevanz behält, ganz egal, wie man den Tod bewertet. -ic

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