agii Gosse: "Wessem" (2006)agii Gosse: "Wessem" (2006)

ab 1. Dez., Galerie Freiraum

Der Durchschnittskünstler giert nach raschem Ruhm: Am liebsten möchte er als Malerstar mit 35 Jahren schon alles in seiner Karriere erreicht haben und dann nur noch sein Handikap im Golfspielen verbessern müssen. Wenn er aber Pech hat, liegt er als 36-Jähriger mit einem Burnout-Syndrom beim Psychiater auf der Couch. Die Kölner Künstlerin agii Gosse ironisiert die Hype-Rituale im aktuellen Kunstbetrieb: die Sucht nach Rekordumsätzen auf den Kunstmessen, nach den zweifelhaften Glamour-Events in den Nobel-Galerien und all die verbissenen Balgereien um Ruhmespunkte, Ränkespiele, Kunstpreise und Ehrungen im Alltag des Kunstbetriebs. In ihrer Ausstellung attestiert Gosse sich selbst augenzwinkernd, „Gute Aussichten“ für die Zukunft zu haben. Auf rund 40 Plakaten nimmt sie in einer fiktiven Biografie ihre (erhofften) künftigen Erfolge vorweg und dokumentiert gleichzeitig reale Beispiele aus ihrem bisherigen Werk.
Generell sind ihre Arbeiten in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Objekt und Installation sehr oft seriell angelegt. Die Bildthemen tangieren immer wieder satirische Auseinandersetzungen mit Künstlerattitüden und den Strukturen des Kunstmarkts. -J.R.