Ren Rong, "Ost ist rot"Ren Rong, "Ost ist rot"

Ausstellung des Monats

Das Reich der Mitte

Bis 10. April, Art Galerie 7, St.-Apern-Str. 7

Zwei Meisterschüler der Düsseldorfer Kunstakademie beschäftigen sich in ihren Bildern mit China jenseits der Klischeebilder, die das Land vornehmlich mit „Pekingente" und „Frühlingsrollen" assoziieren. Ren Rong ist in China geboren; die Immendorff-Schülerin Johanna Rzepka hat im Reich der Mitte einen achtmonatigen Arbeitsaufenthalt verbracht. Diese biografischen Umstände fließen auch in die Motivwahl und in den Malstil der Bilder ein: Ren Rong hat zwar den größten Teil seines Lebens in Deutschland verbracht, jedoch immer wieder das Land seiner Herkunft bereist, und so verbindet er in seinen Arbeiten Elemente einer westlichen Pop-Art mit Anspielungen auf die traditionelle Kunst Chinas. Er malt Pflanzenmenschen, die aus Blüten hervorsprießen. Sie laufen aus der Fläche von Propagandaplakaten heraus oder wachsen aus den Händen Mao Zedong empor. In einem der Bilder porträtiert der Künstler seine kleine Tochter als aufsteigende Sonne. Im Land der rigorosen „Nur ein Kind"-Familienpolitik empfindet man das Recht auf Nachwuchs als ein Privileg. Vor diesem Hintergrund ist die ironische Glorifizierung des Säuglings zu verstehen.
Johanna Rzepka arbeitet mit Kontrasten: Da tauchen traditionelle Drachenmotive oder Terrakottafiguren in ihrer Bildwelt auf. Zugleich thematisiert sie auch die Umweltverschmutzung durch die hemmungslose Industrialisierung und die enorme Bevölkerungsdichte. Beide Künstler porträtieren China als ein Land mit rasantem Wirtschaftswachstum, sorgfältiger Pflege traditioneller Kultur und sozialen Spannungen. -J.R.

Johanna Rzepka, "Das Spiel - 9 Bilder für den Kaier"Johanna Rzepka, "Das Spiel - 9 Bilder für den Kaiser"