Michael Mackû, Abb. von EinladungskarteMichael Mackû, Abb. von Einladungskarte

Kunst Bis 12.10., Infocus Galerie, Brüsseler Str. 83

Der tschechische Fotokünstler Michal Mackû entwickelte eine eigene Technik, die „Gellage“. Das ist eine Mischung aus Collage und Gelatine. Dabei wird belichtete und fixierte Fotogelatine als plastische, transparente Substanz auf dem Papier aufgetragen. Diese Schicht bietet die Möglichkeit, das Originalfoto zu verändern und ihm eine feinkörnige Oberflächenstruktur zu verpassen. Allerdings kann man das Bild nicht reproduzieren – jedes Exemplar ist somit ein Unikat. Michal Mackû bedient sich ebenso des Carbon-Print-Verfahrens, und er hat außerdem noch eine weitere eigene Methode entwickelt, Fotografien in optisches Glas einzubetten. Inhaltlich beschäftigt sich Mackû mit dem nackten Menschen, dessen Körper er mit diesen Bildtechniken verformt, zerrissen und gespalten darbietet. Es sind melancholische Bilder mit starken Grauwerten, deren Ästhetik der fröhlichen Buntheit in der Illustriertenfotografie diametral entgegengesetzt ist. J.R.