bis 30. März, Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz 1

Auch in Zeiten leerer öffentlicher Kassen können die Museen sich noch große Blockbuster-Ausstellungen leisten. Durch einen temporären Austausch der Bestände mit anderen Museen gelingt es Direktor Kasper König nämlich immer wieder, die Top-Stars der Moderne ins Museum Ludwig zu holen. Die Kölner Picasso-Sammlung ist die drittgrößte der Welt – ein Pfund, mit dem König bei solchen Leihgeschäften wuchern kann. So sind diese Picasso-Bilder derzeit an das Gemeentemuseum Den Haag ausgeliehen, und dafür zeigen im Gegenzug die Holländer jetzt ihre bedeutende Mondrian-Sammlung bei uns. Rund 70 Exponate dokumentieren Piet Mondrians künstlerische Entwicklung von den frühen Arbeiten bis zum Spätwerk. Kaum jemand weiß, dass seine Anfänge als Maler im Impressionismus liegen. Anschließend beschäftigte sich Mondrian eine Weile mit dem Kubismus, bevor er zu jenen flächigen Abstraktionen fand, mit denen er schließlich weltberühmt wurde. 1917 gründete er zusammen mit Theo van Doesburg die Gruppe „De Stijl“. Zeitgleich mit den russischen Suprematisten etablierten diese beiden niederländischen Künstler in jenem Jahr den Konstruktivismus als neuen Stil. Kompositionen mit roten, gelben und blauen Rechtecken in einem System aus schwarz-weißen rechtwinkligen Konstruktionen wurden rasch zu Mondrians Markenzeichen. Bei der Aufteilung der Flächen folgte er keineswegs einem starren mathematischen Schema, sondern ließ sich durchaus von der Intuition leiten. Wenn sich Mondrian bei seinen Kompositionen auf den rechten Winkel und auf die Primärfarben beschränkte, so diente das dem Ziel, eine „universelle Harmonie“ im Bild sichtbar zu machen. Tipp: unbedingt anschauen! -J.R.