Tutanchamun-Maske
(Foto: Semmel Concert Veranstaltungsservice GmbH)Tutanchamun-Maske
(Foto: Semmel Concert Veranstaltungsservice GmbH)

Die Ausstellung „Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" in der EXPO XXI

„Ich sehe wunderbare Dinge." Diese Worte soll Howard Carter gesagt haben, als er im Jahre 1922 zum ersten Mal die Grabkammern Tutanchamuns betrat. Die Ausstellung „Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", die seit 2008 durch verschiedene Städte Europas tourt, will die Faszination des britischen Archäologen für die letzte Ruhestätte des ägyptischen Pharaos und die darin enthaltenen Reichtümer jetzt für Zuschauer nachempfindbar machen. Ab dem 24. September ist die aufwendige Inszenierung in Köln zu sehen.

Totengott AnubisDer Totengott Anubis auf dem Schrein
(Foto: Semmel Concert Veranstaltungsservice GmbH)

Der Mythos

Über kaum einen Pharao wird heute so viel gesprochen wie über Tutanchamun, den Sohn Echnatons. Dabei war seine Herrschaft in der 18. Dynastie (1550 bis 1292 v. Chr.) weder von sonderlich langer Dauer noch von großer politischer Durchschlagskraft. 1332 v. Chr. bestieg er als Siebenjähriger den Thron, mit ca. 19 Jahren verstarb er. Die Regierungsgeschäfte wurden in jener Zeit weniger vom heranwachsenden König als vielmehr vom Wesir Eje, dem obersten Staatsbeamten, geführt. In der ägyptischen Geschichte nimmt Tutanchamun also einen eher geringen Platz ein. So gering gar, dass Ägyptologen lange Zeit bezweifelten, der junge Pharao sei überhaupt im „Tal der Könige", der letzten Ruhestätte der alten Herrscher, begraben. Wie kommt es aber dann, dass von Tutanchamun heute fast wie von einem Popstar gesprochen wird? Einerseits liegt es wohl daran, dass die Entdeckung seines Grabes so unerwartet kam. Viele Kollegen Howard Carters taten dessen Suche als Spinnerei ab, das „Tal der Könige" galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits als endgültig erforscht. Carter jedoch ließ sich davon nicht abbringen, und schließlich wurde seine Ausdauer belohnt: Die Reichtümer, die er in den Katakomben fand, bezeichnete die Londoner Times als die „sensationellste ägyptologische Entdeckung des Jahrhunderts". Im Gegensatz zu anderen Pharaonengräbern war die letzte Ruhestätte Tutanchamuns weitestgehend von Plünderungen durch Grabräuber verschont geblieben und enthielt daher eine bisher nie gesehene Fülle an Schätzen. Des Weiteren baut der Mythos um Tutanchamun auch auf dem mysteriösen Tod des Königs auf. Bis heute sind die Umstände seines frühen Ablebens noch nicht ganz geklärt: Obwohl neueste DNA-Untersuchungen nachgewiesen haben, dass der Pharao unter Malaria litt und Wissenschaftler einen offenen Bruch im Bein festellen konnten, der möglicherweise durch eine Infektion zum Tod geführt hat, herrscht immer noch keine Gewissheit über die endgültige Todesursache.

KanopenschreinKanoprenschrein
(Foto: Semmel Concert Veranstaltungsservice GmbH)

Die Inszenierung

Die Ausstellung „Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" will den Besuchern den Mythos um den jungen Pharao jetzt auf eine neue Art nahebringen, die mehr Inszenierung als Museumsschau ist. Im Fokus sollen nicht die ausgestellten Objekte, sondern soll die Geschichte stehen, die sich hinter ihnen verbirgt. Das Konzept der Organisatoren sieht vor, dass die Gäste, sobald sie die Schwelle zur Ausstellung überschreiten, persönlich in die Rolle des Archäologen schlüpfen. Vor drei originalgetreu im Maßstab 1:1 nachgebauten Grabkammern können sich die Besucher, wie Carter vor ca. 90 Jahren, ein Bild von der ursprünglichen Fundsituation machen. Die kostenlose Hörführung erzählt dazu die passende Geschichte. Bei den im Grab ausgestellten Reichtümern handelt es sich um Rekonstruktionen der Originalfundstücke, die unter sorgfältiger wissenschaftlicher Anleitung extra für die Ausstellung von ägyptischen Handwerkern gefertigt wurden. Insgesamt sind über 1.000 dieser täuschend echt wirkenden Replikate zu bestaunen, darunter auch eine Nachbildung der weltbekannten Goldmaske. Die Originalfundstücke selbst liegen heute in vielen Museen auf der ganzen Welt verstreut und werden zu großen Teilen nicht mehr transportiert, um die Zerstörung des historischen Kulturguts zu verhindern. Die Rekonstruktionstechnik stellt somit für die Organisatoren die einzige Möglichkeit dar, eine Ausstellung mit dieser weltweit einzigartigen Fülle an Exponaten zu realisieren. 90 Minuten benötigt man für einen Rundgang durch die 4.000 qm große Ausstellung, wer sich intensiver mit den Informationstafeln, den Aquarellen und Aufzeichnungen Howard Carters sowie den interessanten Kurzfilmen, etwa über die Ausgrabungen im „Tal der Könige", beschäftigen will, kann gut und gerne drei Stunden einplanen. Damit es in den Ausstellungsräumen nicht zu voll wird, ist die Besucherkapazität begrenzt. Wer langes Anstehen verhindern will, kann im Vorverkauf sogenannte Zeitfenster-Tickets erwerben, mit denen er zu einer bestimmten Uhrzeit in die Ausstellung gelassen wird und seine Reise in die Katakomben des Pharaos beginnen kann.
Felix Jansen

Mittlerer und äußerer SargMittlerer und äußerer Sarg
(Foto: Semmel Concert Veranstaltungsservice GmbH)

„Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", 24.9.10 bis 20.3.11, EXPO XXI, Gladbacher Wall 5, Ö: Mo-So 10-18h, Karten unter www.koelnticket.de, Infos auf www.tut-ausstellung.com

Unter Verlosungen gibt es 5 x 2 Tickets für die Ausstellung zu gewinnen.