
Weltmusik Was da aus Phnom Penh zu uns angerauscht kommt, klingt exotisch und gleichzeitig vertraut. Offensichtlich orientieren sich The Cambodian Space Project und ihre Sängerin Srey Thy auf ihrer ersten Platte am Sound der frühen Blondie-Alben vom Ende der 70er-Jahre. Einen Hit wie „Denis" oder „Heart of Glass" sucht man hier zwar vergebens, dennoch ist diese Art naiv-verspielter Pop-Rock mit Khmer-Gesang ansteckend. Srey Thy entstammt sehr armen Verhältnissen. Bei ihrem Versuch, in der Hauptstadt einen Job zu finden, wurde sie entführt und sollte gezwungen werden, als Prostituierte zu arbeiten. Eine ihr unbekannte Frau löste ihre Fesseln und verhalf ihr zur Flucht. Als Sängerin entdeckt wurde Thy in einer Karaokebar von dem auf Tasmanien lebenden Musiker und Filmproduzenten Julien Poulson. Die Bandmitglieder aus Kambodscha, Australien und Frankreich verknüpfen westliche Musik mit den Texten der bekanntesten Interpreten des goldenen kambodschanischen Musikzeitalters wie Sin Sisamouth und Pan Ron. Am eindrucksvollsten gelingt dieser Mix, wenn Srey Thy zu den Klängen des Shocking-Blue-Klassikers „Venus" einen Text ihres Idols Ros Sereysothea singt. Die Künstlerin wurde übrigens erst kürzlich UN-Botschafterin für „UNITE", Ban Ki Moons Kampagne gegen Gewalt an Frauen. -mb
