Voll aufgedreht

Die Crookers vereinen auf ihrem Debüt eine Menge Gäste.

Ministry of Sound/Warner, VÖ: 12.3.

Electro Was macht ein Dance-Act, der bereits vor dem Debüt so sehr gehypt wird, dass der Druck, ein weltbewegendes Album abzuliefern, einfach zu groß ist? Er lädt sich ausschließlich befreundete Künstler ein und lässt jeden einen Song zum Album besteuern. Dann wären es auf jeden Fall auch die anderen schuld, wenn's nicht laufen sollte. So geschehen bei dem ersten Longplayer des italienischen DJ-Duos Crookers. Also nicht, dass das Album misslungen wäre, nein, aber es sind ausschließlich Tracks mit Gästen auf „Tons of Friends" enthalten. Was nicht verwundert, wenn man sich ansieht, wer bei dem Mailänder DJ-Duo alles Schlange steht, um mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen: Ob Remixe für Dusty Kid („The Cat") und Kid Cudi („Day and Nite") oder Songpolitur für die Chemical Brothers, U2 und Moby - Phra und Bot verstehen ihr Handwerk. Entsprechend hochkarätig ist die Gästeliste ihres ersten Longplayers, die von Kelis über Roisin Murphy bis hin zu Soulwax reicht. Letztere lieferten zusammen mit Mixhell einen echten Knaller für den Dancefloor ab. „We Love Animals" ist zu Recht als Aufmacher auf dem Album gelandet. Hier fiept und kracht es an allen Ecken und Enden - genialer können Drums, Synthies und verzerrte Vocals kaum kombiniert werden. Mit „No Security" von Kelis geht es dann - wie zu erwarten - in Richtung HipHop. Was den Crookers wohl eher weniger ausmacht, denn beide wollten ja, bevor sie vom House-Virus infiziert wurden, Hip-Hop-DJs werden. „Woot woot"-Schreie, Paukenschläge und wilde Synties geben diesem bereits als Single erschienenen Song die richtige Würze. Und weil's so schön war, geht es in „Natural Burn Hustler" (Pitbull), „Let's get Beezy" (Will I Am) und „Park the Truck" (Spank Rock) Hip-Hop-lastig weiter. Roisin Murphy unterbricht die harten Rhymes mit engelsgleicher Stimme, unterlegt von wabernden Beats. Neben dem poppigen „Hold up Your Hand" hat die Irin auch noch das energiegeladene „Royal T" beigesteuert. Französischer Carme vermischt sich bei Yelle und „Cooler Couleur" mit House und HipHop zu einem radio- wie tanzflächentauglichen Popsong. Zudem herausragend: die Hip-House-Scheibe „Put Your Hands on Me" von Kardinal Offishall & Carla-Marie, welche auch schon als Single erschienen ist, und das an Grace Jones erinnernde „Transilvania" von Steed Lord. -tf