
Petroleum Rec./Rough Trade
Indie-Folk Kann eine Band in ganz Europa erfolgreich sein, die ausschließlich in einem norwegischen Dialekt ihre Songs darbietet? Erstaunlicherweise ja. Dank ihres Überraschungsalbums „Ompa Til du Dør" von 2001 und der besonderen Live-Qualitäten hat das schräge Kaizers Orchestra überall Freunde gefunden. Und das „Kaizers-Universum" vervollständigt sich: Vor einem Jahr, zum 10-jährigen Jubiläum, startete mit „Violeta Violeta Vol. I" eine neue Alben-Trilogie der Band mit der einzigartigen Mischung aus Folk, Avantgarde, Rock und Gypsy-Punk. Das jetzt erschienene „Vol. II" ist deutlich rockiger und mainstreamiger als sein Vorgänger. Wahrscheinlich war man nie so griffig, aber immer noch beruhigend weit entfernt von jeglichen Popcharts oder Anbiederungen an den Zeitgeist. Beste Beispiele dafür sind Songs wie „Støv Og Sand" oder „Tusen Dråper Regn". Einen Kontrapunkt setzt am Schluss das ätherisch-verträumte „Den Romantiske Tragedien", das an Elfen und Trolle auf mondlichtbeschienenen norwegischen Waldlichtungen denken lässt. Einen roten erzählerischen Faden hat das Werk auch, wovon man sich dank der in Deutsch und Englisch beiliegenden Texte überzeugen kann. -mb
Live: 11.3., ZAKK, Düsseldorf
