
Reggae/Rock/ Flamenco Because Music, VÖ: 31.08.
Manu-Chao-Fans können aufatmen. Der Meister ist in den sechs Jahren, die seit seinem letzten Studio-Album vergangen sind, weder langweilig noch verkopft geworden. Und hat sich auch nicht dem anhaltenden 80s-Trend verschrieben, nein: Manu Chao macht weiterhin sein Ding, und obwohl die Grundzutaten sich nicht ändern, wird das (seltsamerweise) nie langweilig. Es gibt wieder jede Menge sanft treibende Gute-Laune-Musik und diesen Manu-Chao-Beat, der wie eine kleine Lokomotive fröhlich vor sich hin dampft. Darüber liegen geschätzte 193.000 Audio-Spuren: Samples und Chöre, Rufe und Sirenen, immer wiederkehrende kleine Licks und Geräusche. Und auch hier ist „seltsamerweise“ angebracht: Seltsamerweise nervt diese Kakophonie nicht, stattdessen fühlt man sich wie in eine Session gebeamt, in eine große Musiker-Party. Dieses Audio-Patchwork ist komplexer und ausgereifter als bislang, nicht nur soundmäßig, sondern auch stilistisch. Insgesamt stehen Gitarren mehr im Vordergrund: ob im flott gezupften J.J.-Cale-Style („Besoin de la Lune“), im Reggae („Politic Kills“), in Flamenco („Me Llaman Calle“) oder Rock („Rainin’ in Paradise“). Dies ist die richtige Scheibe, um nicht zu verzweifeln, wenn der Sommer sein Hütchen nimmt. -ski
