Valeot/Cargo VÖ: 29.1.

Post-Rock Um eins schon mal von Anfang an klarzustellen: Wer mit rein instrumentaler Musik nichts anfangen kann, der sollte tunlichst die Finger von Milhavens selbstbetiteltem Album lassen. Denn hier gewähren die Bochumer einen tiefgreifenden Einblick in die hohe Kunst, spannende Geschichten ohne den Einsatz von Text zu erzählen. Was den vieren vielleicht an lyrischer Kreativität fehlt, das machen sie mit besonderen Fertigkeiten an Gitarre, Bass und Schlagzeug allemal wieder wett. Die Manier, in der in den Sieben-Minuten-Songs mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl Klangteppiche auf- und wieder abgebaut werden, ist einfach nur schön. Andreas Fanter, Christoph Freudenberg, Jens Reichelt und Johannes Zagermann spielen nur so mit Dynamik, Rhythmik und Harmonik. In ständiger Begleitung von Tremoli, Ritardandi und (De-)Crescendi wird der Melodienschublade das Beste entlockt, was sie zu bieten hat, und dann mit Tom-Tom-Wirbeln und fetten Becken-Akzenten zu einer packenden Fusion geführt. Hier rauschend und dröhnend, da wieder glasklar - ein Hörgenuss, der die Fantasie anregt. -flx