
Grönland/GTG/Rough Trade, VÖ: 27.8.
Pop Fragte man sich bei Philipp Poisels Debütalbum „Wo fängt dein Himmel an?" noch, ob das Leben des Stuttgarters wirklich nur aus Verliebtsein bestehe, so widmet er sich auf seinem neuen Werk „Bis nach Toulouse" zumindest hin und wieder auch anderen Themen. Ansonsten bleibt aber eigentlich alles beim Alten. Poisels Stimme hat nichts von ihrer Einzigartigkeit eingebüßt, und auch auf seinem zweiten Album geht der junge Songwriter seine Stücke mit einer Mischung aus Lockerheit, Unbekümmertheit und Verlorenheit an, bei der man am liebsten zum nächsten Mikrofon greifen würde, um die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass der kleine Philipp doch bitte im Kinderparadies abgeholt werden möchte. Dabei fallen die Lieder mit den bildhaft-lyrischen Texten mal fröhlicher („Im Garten von Gettys"), dann wieder eher melancholisch („All die Jahre", „Markt und Fluss") aus. Alle bestechen sie jedoch durch ihren „warmen, coolen, schludrigen Folksound", wie Max Herre Poisels Stil bei einer Laudatio sehr treffend beschrieb. Neben elf neuen Studio-Aufnahmen hält das durchweg hörenswerte Album zum krönenden Abschluss übrigens auch noch eine wunderbare Live-Aufnahme von „Ich will nur" bereit. -flx
