
Funk/Soul Groove Attack, VÖ: 2.11.
St. Martin reitet diesen Monat wieder durch die Straßen, und das steht nicht gerade für Cabrio-Wetter. Man kann also getrost die nächsten einhundert Tage depressive Musik hören - oder man legt erst recht funky Stuff in seinen Player. Und um Letzteres handelt es sich bei „100 Days, 100 Nights". Woran man das merkt? Man wippt mit, und zwar ohne darüber nachzudenken, wer einem zuschaut. Sharon Jones, die wie James Brown aus Augusta im US-Bundesstaat Georgia stammt, verbindet ein selten cooles Timing mit einer kraftvollen Stimme, die in einer Liga mit Aretha Franklins Organ spielt. Miss Jones lernte das Singen ganz klischeemäßig in der Kirche, war dann Frontfrau zahlreicher Funk- und Soul-Combos und arbeitete zeitweise als Wärterin im legendären New Yorker Sing-Sing-Gefängnis. Diese tarantinofilmreife Biografie schlägt sich in ihrer angenehm erfahren klingenden Stimme nieder. Doch eine erstklassige Sängerin allein reicht natürlich nicht: Mit den Dap Kings, die unter anderem schon als Tourband von Amy Winehouse durch die USA zogen, steht der 51-Jährigen eine tighte Band mit lässigem Sound zur Seite. Produziert wurde das Album im komplett analogen Daptone Studio, an dessen Tür neben Winehouse auch schon Robbie Williams klopfte, um die dort ansässige Bläsersektion der Dap Kings für sein Album „Rudebox" zu buchen. Anspieltipps: in Sachen Funkyness „Nobody's Baby", in Sachen Soul: „Something's Changed". -ski
