Check it out! Dem Rock-Quintett The Checks gelingt ein famoses Debütalbum

Full Time Hobby/Red Ink/Rough Trade

Rock Schon wenn der Gesang des noch nicht lange volljährigen Ed Knowles das erste Mal ertönt, wird man hellhörig: Hier kommt jemand, der die stimmlichen Features von Prince, Lenny Kravitz und Mick Jagger in sich vereint - und der den Rock 'n' Roll hörbar ernst nimmt. Klingt gut? Klingt sehr gut! Letzteres dachte wohl auch R.E.M.-Sänger Michael Stipe, der zu den erklärten Fans des neuseeländischen Quintetts gehört, und buchte The Checks als Opener für R.E.M.. Da hatten die Jungs noch nicht einmal einen Plattenvertrag in Aussicht. Stipe hatte in einer Wiener Hotellobby ein neuseeländisches Musikmagazin in die Hände bekommen, dem ein CD-Sampler mit Nachwuchsbands beilag - darauf befand sich auch ein „The Checks"-Track. Prompt lief die Scheibe im R.E.M.-Tourbus rauf und runter ...

Aus Schulband wird Top-Act

So schnell kann's gehen: 2003 geht man noch zur Schule, gründet eine Band, und vier Jahre später hat man bereits die Bühne mit Oasis, Maximo Park und den Editors geteilt. Im November 2007 eröffnen die Jungs nun für Muse - muss man mehr sagen? Im Prinzip nicht, doch falls jemand gerne noch ein paar Details hätte: Das „The Checks"-Debütalbum „Hunting Whales" ist ein großer Wurf, ein Rock 'n' Roll-Album in firlefanzlosem, knackigem Sound. Für den übernahm Produzent und Musiker Ian Brodie (The Lightning Seeds), der unter anderem auch am Hit „Football's Coming Home (Three Lions)" beteiligt war, die Verantwortung. Das Songwriting gleicht dem Sound: auf den Punkt, nie unnötig verschnörkelt, trotzdem sehr abwechslungsreich.

Von Punkrock bis Stehblues

Im Opener „Mercedes Children" legen die fünf mit epischem 70s-Riff-Rock in der Rolling Stones-Tradition los. Hendrix-Anleihen (endlich mal wieder eine Platte mit messerscharfen, furztrockenen Rocksoli), ein sauber vor sich hin stampfendes Schlagzeug und ein Ohrwurm-Refrain kommen bei „What you heard" zum Zuge. Aber auch osteuropäisch-mollige Akkorde und Beatsteaks-Bass sowie Doors-ähnliches Song-writing („Terribly Easy") erklingen. Hier hört sich Knowles tatsächlich etwas wie Jim Morrison an, ohne aber wie ein Kopie zu wirken. Weiterhin vertreten: eine knorke 70s-Rock-Ballade („Where Has She Gone"), Bossa-Beat und -Bass mit psychedelisch angehalltem Gesang („See Me Peter"), betrunkener Early-70s-Club-Rock („Hunting Whales"), punkiger Rock mit Hitqualität und Walking Bass (Anspieltipp: „Don't Wait") und sogar ein Stehblues-Song, der nicht kitschig ist („Memory Walking"). Wahrscheinlich spielen Oasis bald als Opener für The Checks. -ski