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Nicht nur pünktlich zur Session, sondern auch zum 40. Bandgeburtstag erschien Mitte Januar das Album Höhner 4.0. Daniela Abels sprach mit Jens Streifling und Hannes Schöner über das Jubiläumsjahr und die Zukunft.

40 Jahre Höhner - wie wird das gefeiert?

Jens Streifling: Los geht es am 30.4. mit einer großen Show in der LANXESS arena. Danach geht es auf Frühjahrstour. Außerdem werden wir in einigen Städten unsere „Höhner Rockin' Roncalli Show" spielen, und auch drei Klassikkonzerte sind geplant. Im September gibt es in Köln ein großes „Höhner-Fest".
Hannes Schöner: Danach geht es auf Herbsttour. Ende des Jahres steht wieder die Weihnachts-Dinnershow an - ein Höhepunkt im „Höhner-Kalender".

Die erste Singleauskopplung eures neuen Albums - und somit prädestiniert für den diesjährigen Sessionshit - ist „6 bis 8 Stunden Schlaf". Warum habt ihr euch gerade für diesen Song entschieden?

Schöner: Ganz ehrlich? Weil er als erster fertig war. (lacht) Ob diese Nummer aber auch zum Karnevalshit wird, wissen wir selber nicht. Das Album enthält noch einige weitere Stimmungstitel mit Hitpotenzial. Was sich am Ende durchsetzt, entscheidet letztlich der Hörer.

Welche Songs des Albums sind eure persönlichen Favoriten?

Streifling: Ich bin großer Fan von „Manchmal du musst lachen", einer Nummer, die sich gut mitsingen lässt und einfach Spaß macht.
Schöner: Das ist auch einer meiner Favoriten. Wichtig ist mir aber auch „In der tiefsten Nacht", ein eher ruhiges und ernstes Stück. Dieses Lied zeigt eine Facette der Höhner, die in der Öffentlichkeit lange Zeit nicht wahrgenommen wurde. Wir haben dafür den geflügelten Begriff „The Dark Side of the Hohn".

Euer neues Album enthält ausschließlich neues Material. Gab es auch Überlegungen, ein paar alte Erfolgshits neu einzuspielen?

Streifling: Unser Jubiläumsalbum sollte zukunftsweisend sein - das signalisiert bereits der Titel „Höhner 4.0". Deshalb enthält es ausschließlich brandneue Songs. Es ist denkbar, dass im Laufe des Jahres noch ein Sampler mit alten Songs kommt. In erster Linie schauen wir aber nach vorne.
Schöner: Die Rolling Stones feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Das gilt es für uns zu toppen. Daher gibt es für uns auch noch keinen Grund zurückzuschauen.

Wer von euch komponiert die Songs, wer schreibt die Texte?

Schöner: Wir entwickeln die Lieder gemeinsam. Für unser neues Album konnten wir zudem den Texter Frank Ramond zur Mitarbeit gewinnen.
Wer hat zu „Höhner 4.0." die meisten Texte/Kompositionen beigetragen?
Streifling: Das gleicht sich letztlich aus. Wir alle haben Ideen, die - um es bildhaft zu sagen - in einen großen Topf kommen und umgerührt werden. Am Ende sind wir alle zusammen Komponisten und Texter.

War die Arbeit an diesem Jubiläumsalbum etwas Besonderes für euch? Inwieweit unterschied sie sich von der Arbeit an den Vorgängern?

Schöner: Sie unterschied sich insofern, als wir diesmal sehr unverkrampft an die Sache herangegangen sind. Wir haben viel ausprobiert und einfach das gemacht, worauf wir Lust hatten. Außerdem haben wir uns diesmal wieder verstärkt zu Stimmungstiteln bekannt. Man könnte sagen: „Back to the Roots" - aber mit dem Bewusstsein von heute.

Wie sieht euer Pensum in der diesjährigen Karnevalssession aus?

Streifling: Die Karnevalssession ist auch für uns ein Marathon. Auch in diesem Jahr werden wir rund 200 Auftritte bestreiten, das sind fünf bis sechs pro Abend. Dabei ist es für uns eigentlich eine kurze Session. Anders als viele Kollegen legen wir nämlich erst jetzt, mit Erscheinen unseres Albums, los.

Stellt euch vor, Ihr hättet Karneval einen freien Tag, an dem ihr tun könntet, was ihr wollt. Würdet ihr eher eine Sitzung besuchen - Prunksitzung oder alternativ -, euch in den Straßen- und Kneipenkarneval stürzen, aus Köln flüchten oder etwas ganz anderes machen?

Streifling: Sauna! (lacht) Nein, im Ernst, bis kurz vor den „jecken Tagen" halten wir uns tatsächlich die Montage frei. An diesen Tagen macht dann jeder etwas für sich - was er gerade für sich braucht, um aufzutanken.
Schöner: ... und das hat in der Regel nichts mit Karneval zu tun.

Ihr werdet immer wieder auch außerhalb der Session wahrgenommen, etwa mit „Wenn nicht jetzt, wann dann", dem Hit zur Handball-WM. Oder der FC-Hymne. Inwieweit betrachtet ihr euch trotzdem als Karnevalsband?

Schöner: Im Karneval liegen unsere Wurzeln, dazu bekennen wir uns auch ganz klar, und das wird auch immer so bleiben. Genauso deutlich muss aber gesagt werden, dass Karneval längst nicht alles für uns ist. Bereits vor 20 Jahren haben wir begonnen, uns breiter gefächert zu orientieren und über den Tellerrand zu blicken.

Um es auf Neudeutsch zu sagen, wir sind eine Crossover-Band.
Gibt es außerhalb Kölns „Höhner-Fanhochburgen"?

Streifling: Allerdings! In München z.B. gibt es eine riesige Höhnerfanenklave. Weitere Hochburgen sind Karlsruhe, Stuttgart und Halle samt dem benachbarten Köthen, „der" Höhnerhochburg im Osten. Und last but not least: Hamburg. Da spielen wir jedes Jahr auf der Reeperbahn in der „Großen Freiheit". Immer ein Riesenerfolg!

Wohin zieht es euch in eurer Freizeit? Habt ihr ein paar gute Tipps in und um Köln?

Streifling: Ich bin bekennender Saunafan. Besonders empfehlenswert finde ich da das „monte mare" in Rheinbach und die „Claudius Therme" in Deutz.
Schöner: Ich bin zwar echter Kölner - geboren in Bickendorf -, wohne aber seit mittlerweile 25 Jahren in der Eifel, wo ich folglich auch den größten Teil meiner Freizeit verbringe. Dort habe ich alles, was ich zum Erholen und zum Wohlfühlen brauche.

Hannes hat es bereits angesprochen - die Fünfzig wollt ihr noch knacken. Gibt es darüber hinaus bereits konkrete Pläne für die nähere Zukunft? Plant ihr z.B. in Gedanken schon das nächste Album?

Schöner: Pläne und Ideen gibt es immer. Ein Projekt, das wir zurzeit verfolgen, ist ein Musical. Wir wissen aber noch nicht, ob dies bereits nächstes Jahr aufgeführt werden kann. Außerdem wollen wir ein Unplugged-Album auf den Markt bringen. Ideen gibt es auch für ein weiteres Weihnachtsalbum und ein Klassik-Projekt. Es gibt also viel zu tun.

Höhner: Höhner 4.0, Rhingtön (EMI)
Wir verlosen fünf Alben.