
Dass man mit einer Geige auch heutzutage noch viele Menschen begeistern kann, beweist der gebürtige Aachener David Garrett, der Multifunktionsarenen und Konzertsäle auf der ganzen Welt füllt. Seine neue Tour zum Album „Classic Romance" führt den 28-jährigen Wahl-New-Yorker auch in die LANXESS arena.
Ist „Classic Romance", das ja im Gegensatz zu deinen Vorgängerwerken rein auf klassische Musik setzt, dein bislang persönlichstes und dadurch auch wichtigstes Album?
Man kann nicht sagen, dass die anderen Alben jetzt weniger wichtig waren. Ich habe in jeder Phase meines Lebens versucht, die CDs aufzunehmen, die mir wichtig erschienen, und es war mir jetzt eben wichtig, diese CD aufzunehmen. Und deshalb freue ich mich auch, dass „Classic Romance" so positiv angenommen wird.
Du bist ja um die Ecke, in Aachen, geboren. Ist der Auftritt in Köln deshalb etwas Besonderes für dich?
Das spielt mit Sicherheit eine kleine Rolle. Aber das Besondere an Köln ist, dass es ja wirklich eine Ehre ist, als klassischer Musiker in dieser großen Halle spielen zu dürfen. Ich habe ja bereits im vergangenen Jahr in der LANXESS arena gespielt und das war einfach ein Riesenerlebnis. Die Leute sind wahnsinnig gut mitgegangen und es war einfach Partystimmung, und dann steht man natürlich super gerne auf der Bühne.
Widersprichst du der Aussage, dass klassische Musik bei der heutigen Jugend out ist und dass so die Zukunft der Klassik gefährdet ist?
Man kann das jetzt nicht alles über einen Kamm scheren, das ist genau, wie wenn man sagt: „Pop ist out oder R 'n' B ist out." Man muss das Ganze immer wieder neu erfinden und dadurch das Interesse der jüngeren Generation wecken. Die klassische Musik an sich ist großartig, das ist unbestritten, aber die Jugend muss sie halt für sich entdecken.
Und wie kann man den Zugang zur klassischen Musik erleichtern?
Indem man keine große Sache daraus macht, denn es ist auch keine große Sache. Entweder man hört es und man ist verliebt, oder man ist nicht verliebt. Das Einzige, was ich versuche, ist diese Mauer zu durchbrechen, diese Hemmschwelle, die da ist. Man muss einfach versuchen, die Vorurteile gegenüber der klassischen Musik abzubauen, denn man fühlt sich eigentlich sehr wohl, wenn man klassische Musik hört.
Mit welchem Künstler aus dem Pop-Bereich würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?
Mit Christina Aguilera würde ich gerne mal was machen, weil die einfach eine super geile Stimme hat und unglaublich talentiert ist.
Du wirst oft als Frauenschwarm bezeichnet. Wie kommst du zu diesem Ruf?
Keine Ahnung, irgendjemand sagt es, und dann muss man damit leben. Man muss das dann einfach mit Humor nehmen. Ich glaub', wenn man sich da zu ernst nimmt, hat man den Titel auch schnell wieder weg (lacht).
Kein Geiger der Welt kann den „Hummelflug" schneller fehlerfrei spielen als du. Arbeitest du bereits an neuen Rekorden?
Das war etwas ganz Spontanes, eigentlich nur für eine Kindersendung. Ich habe mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, dass das mal zu so 'ner PR-Sache wird. Aber jetzt ist es so, und bis jetzt hat sich ja auch noch keiner getraut zu sagen, er würde es besser und vor allem schneller spielen.
Hast du schon Ideen, was nach „Classic Romance" kommen wird?
Ich hab' schon fast das komplette neue Album fertig, es gibt also eine sehr konkrete Planung. -ds
David Garrett, 15.1., 20h, LANXESS arena
