Mit dabei: DJ Koze
Die c/o pop ist eine halbe Dekade alt und steht in Saft und Kraft. Dementsprechend gibt es jede Menge saftige Sets und kraftvolle Konzerte auf die Ohren.
In Köln trauert der Popkomm schon längst keiner mehr hinterher, denn die c/o pop, das urbane Musikfestival, das an ihre Stelle trat, ist vom Lückenbüßer zum eigenständigen Happening avanciert. Auch diesen August steht Köln wieder fünf Tage lang im Zeichen von Electro, Indie-Pop und -Rock. Dabei bietet der Festivalteil rund 50 Veranstaltungen mit insgesamt fast 200 Künstlern in über 20 Locations, während der Bereich „professional“ fürs Fachpublikum Präsentationen, Workshops und mehr in petto hat.
José Gonzáles
Konzerte satt
Die c/o pop hat mehr als ein Ass im Ärmel, wenn es um gute Konzerte geht. Hier einige Highlights: Den Anfang macht die Band DAF – Deutsch Amerikanische Freundschaft am Festivalmittwoch: Die deutsche Pop-Punk-Elektronik-Legende ist nach mehrfacher Auflösung wieder am Start und eröffnet den Konzerte-Reigen (13.8., Gloria).
Ein Sammelsurium an Beats kommt auf den Tisch, wenn Atmosphere und der Rapper Brother Ali, zwei HipHop-Projekte aus Minneapolis, gemeinsam einen Abend im Stadtgarten gestalten (13.8.).
Als Rapper im weitesten Sinne könnte man auch Yoni Wolf, den Kopf der Formation WHY? bezeichnen. Diese nennt ihren Sound selbst pop-inflected psychedelic folk-hop, und das trifft die Sache genau. Legt man das aktuelle WHY?-Album ein, schwappen einem sogleich düstere Klangwogen und hypnotischer Sprechgesang über die Ohrmuscheln (14.8., Gebäude 9).
Weniger beatlastig, aber nicht minder spannend wird es zugehen, wenn der schwedische Singer/Songwriter José González ein Konzert auf der MS RheinEnergie spielt. Der Sohn argentinischer Einwanderer, der auch in der Band Junip singt, dürfte mit Hilfe seiner Stimme, seiner Gitarre und seiner lupenreinen Songs das Publikum begeistern (16.8., MS RheinEnergie).
Hercules and Love Affair
„Put on your dancing shoes“ heißt es, wenn das New Yorker Disco-Kollektiv Hercules and Love Affair im Gloria einfällt. Mit der gleichen Labelheimat wie LCD Soundsystem oder The Rapture im Rücken ist man ausgezogen, die Meute das Tanzen zu lehren – mit Glitz und Glam, Bassläufen und Housebeats (14.8.). Ein weiterer Tipp: Das Konzert der britischen Kultband Television Personalities und des blutjungen französischen Trios The Teenagers (15.8., Gloria).
Indiefans dürfen sich ebenfalls auf die Indiecitynight freuen, die in drei Locations Bands wie Superpunk, Cellophane Suckers, Finn, Delorean oder Dillon präsentiert.
Delorean
Cellophane Suckers
Party total
Kein urbanes Festival ohne rauschende Partys! Fünf Tage lang wird in Köln ohne Ende zu angesagten Klängen gefeiert. Die offizielle Eröffnungsparty findet im Gewölbe im Westbahnhof statt (13.8.) und an den folgenden Tagen gibt es für die Partypeople Sets von Größen wie Ed-Banger-Star DJ Mehdi, Digitalism und vielen mehr auf die Ohren. Aber auch die heimischen Pflänzchen können auf fetten Partys ordentlich begossen werden. Den Lokalmatadoren von Kompakt wird beispielsweise eine eigene Labelnacht gewidmet, und die Local Heroes Clubnacht (16.8., diverse Locations) bietet den Partygängern die Möglichkeit, mit nur einem Ticket von Party zu Party zu tingeln. Mit dabei sind beispielsweise Beatpackers, Funky Chicken, Gruezi Club oder Silberschwein. Aber auch an allen anderen Abenden ist das Angebot an Partys zwischen PollerWiesen, Playground Love-Open-Air oder DJ-Brunch im Gewölbe wirklich überwältigend.
Waldeck
Blicke über den Tellerrand
Die c/o pop verbindet. Und zwar nicht nur die Konzertgänger und Feierwütigen, sondern auch Künstler. Insbesondere das Format „Asia-pazifische Platte“ kann nun bereits die Früchte ernten. Initiiert vom Goethe-Institut, brachte das Programm auf der c/o pop deutsche sowie Künstler aus südostasiatischen Ländern, aus Australien und aus Indien zusammen. Die Ergebnisse der Zusammenarbeiten werden am 14.8. im Gewölbe im Westbahnhof als Mischung aus Konzert und Party präsentiert.
Verbinden werden sich im Laufe des Festivals auch unterschiedliche Kunstformen, allen voran Musik und Film. Während in Zusammenarbeit mit der Kinogesellschaft Köln und unter dem Titel c/o pop on screen beim Radstadion Open-Air vier ausgewählte Musikfilme laufen, ist auch eine der Silent Nights (das sind Partys beziehungsweise Konzerte, deren Musik nicht aus den Boxen, sondern über Kopfhörer kommt) der Film-und Musik-Thematik gewidmet: Der finnische Electro-Künstler Vladislav Delay hat den Film „I Hired a Contract Killer“ neu vertont und präsentiert seine Arbeit erstmals in Deutschland.
Besonders empfehlenswert für alle, die sich für Musik interessieren: Am Festivalsamstag gibt es einen Tag der offenen Tür in der Festivalzentrale im RheinTriadem – mit Lesungen (z.B. zum 50. Geburtstag von Madonna), Ausstellungen, Screenings etc. -Melanie Raabe
c/o pop 2008, 13.-17.8., diverse Locations, Festivalticket 59 Euro, Einzeltickets ab 10 Euro, Infos: www.c-o-pop.de.
Alle Veranstaltungen gibt’s im Tageskalender bzw. Kölnkalender, die besten Partys gibt es auf den Partyseiten in diesem Heft.
Unter "Verlosungen" gibt es 2 x 2 Karten für das Konzert von Television Personalities & The Teenagers zu gewinnen, das Lösungswort findet sich in der August-Ausgabe der KÖLNER Illustrierte!
WHY?
