Action-Spiel für PC, PS3 und Xbox 36

War schon „Arkham Asylum“ so etwas wie eine Offenbarung für Batman- und Computerspiel-Fans, so packt „Arkham City“ noch einen drauf. An die Stelle der Gefängnis-Irrenanstalt im ersten Teil tritt nun in „Batman: Arkham City“ (Rocksteady/Warner Bros. Interactive) ein ganzer Stadtteil von Gotham City. Dieser ist von Halunken der übelsten Sorte bevölkert, und fast alle bekannten Gestalten sind dabei: von Poison Ivy über den Riddler, Two-Face, Mr. Freeze und den Pinguin bis hin zum Joker. In diese Meute von Schwerverbrechern und ihren Handlangern wird Batman von dem Anstaltsleiter Hugo Strange geworfen. Der Plan, den der dreiste Gesetzeshüter damit verfolgt, wird erst im Laufe des Spiels offensichtlich.

Das weite Areal bietet mehr als genügend Auslauf, und da es neben der nuancenreichen, spannenden Story zahlreiche Nebenmissionen gibt, ist auch immer ausreichend zu tun. Die detailreiche und mit unglaublich vielen Überraschungen gespickte Spielwelt lädt zu ausgiebigen Erkundungsgängen ein. Überall im Gebiet von Arkham City hat der Riddler seine skurrilen Rätsel versteckt und lädt zum Tüfteln ein. Die PC-Version enthält zudem vier Missionen, die man als Catwoman durchspielen muss. Besitzer von Konsolenversionen müssen diesen Part hingegen als DLC (Downloadable Content) herunterladen. Später im Spiel kann man zwischen beiden Helden-Figuren wechseln.

Die Grafik vermittelt mit äußerster Überzeugungskraft eine schaurig-schöne Atmosphäre, die den Spieler regelrecht absorbiert und in die Welt des Comic-Helden zieht. Der Spieler bewegt sich in einer grundlegend düsteren Welt, die aber immer wieder durch grelle Neonlichter und stimmungsvolle Beleuchtungseffekte erhellt wird. Wunderbar gelungen sind auch die Animationen Batmans und seiner Gegner in den Kampfsequenzen. Wenn der Fledermaus-Mann zu einer Schlag-und-Tritt-Kombo ansetzt, staunt man bisweilen nicht schlecht über die Flüssigkeit und Eleganz der Bewegungen.

Batman Screen

Oft jedoch ist der direkt Konflikt der falsche Weg, denn eine Übermacht an Gegnern kann auch für Batman schon mal zu viel werden. Da empfiehlt es sich, die Situation zunächst aus sicherer Position zu sondieren und die Prügelknaben nach und nach aus dem Hinterhalt anzugreifen, ohne dass alle anderen auf die Attacke aufmerksam werden. Da die KI-Gegner sich außerdem ziemlich rational verhalten und sich variabel auf Batmans Angriffe einstellen, ist geschicktes Taktieren so gut wie immer der simplen Hau-drauf-Methode vorzuziehen.

Neben den üblichen, bumerangähnlichen Bat-Arrangs oder Kletterhaken gibt es viele neue Ausrüstungsgegenstände, die Batman im Kampf gegen das Verbrechen einsetzen kann. Manche von ihnen kommen ihm als Belohnung für die Erfüllung einer Mission zu, andere erhält er infolge von Level-Aufstiegen, die nach einer bestimmten Menge gewonnener Erfahrungspunkte erreicht werden. Immer wieder hilfreich ist auch der Detektiv-Sichtmodus, der es Batman ermöglicht, durch Wände zu schauen und für Kletterpartien nutzbare Stellen in der Bausubstanz zu lokalisieren.

Die Übersichtskarte mit Kennzeichnung spielrelevanter Stellen hilft, wenn es angesichts des riesigen Gebietes unüberschaubar zu werden scheint. Außerdem meldet sich der Held beizeiten mit einem Kommentar, wenn man ihn konsequent in die falsche Richtung steuert. Und schließlich kann sich der dunkle Ritter auch mit seinem breiten Umhang in die Lüfte über dem Sündenpfuhl aufschwingen und im Gleitflug die Unterwelt betrachten – ein wahrhaft erhebendes Gefühl! -jsz