
Öko-Strategie-Simulation für PC, Mac und Linux
Die Öko-Strategie-Simulation von Red Redemption/Lace Mamba beginnt mit einem Vorspann, der einige globale Schreckensszenarien zeigt: Tsunami-Wellen, der Anstieg der Temperaturen auf ein lebensgefährliches Niveau, Hyper-Orkane und der Anstieg des Meeresspiegels, der u.a. zur Evakuierung der Malediven führt. Nun ist der Spieler gefordert, all dies zu verhindern und dabei auch Problematiken wie die Überbevölkerung, Energieversorgung, Bildung oder den Human Development Index (HDI) im Auge zu behalten.

Der aktive Teil beginnt mit einer Zeitreise ins Jahr 2020, in dem die Menschheit auf einem Klimagipfel endlich beschließt zu agieren. Als Präsident der GEO, der Global Environment Organization, hat der Spieler nun die Aufgabe, mit begrenzten Mitteln und in Abhängigkeit von Duldung durch die jeweilige Bevölkerung oder Regierung eines Landes politische Entscheidungen zu treffen, mit denen z.B. das Bevölkerungswachstum, die Bildung oder die Energiewirtschaft beeinflusst werden. Dazu muss man zunächst Agenten rekrutieren, die auf einem dreidimensionalen Globus platziert werden, um in den verschiedenen Regionen der Erde zu arbeiten. Pro Agent hat man die Option, aus einem Angebot von Spielkarten verschiedene Aktionen auszuwählen, wie etwa die Förderung von Atomenergie oder Investitionen in kohlefreie Industrien. Jede Aktion erfordert Geldmittel und kann nur durchgeführt werden, wenn die Kasse stimmt. Nach Abschluss sämtlicher möglicher Aktionen dreht man das Rad der Geschichte fünf Jahre vor und sieht, welche Auswirkungen die Maßnahmen hatten. Es werden jeweils auch die Auswirkungen auf die Emissions-Werte, die Temperaturen und das Weltbevölkerungswachstum angezeigt. Zudem werden Nachrichten über die politische Lage in den einzelnen Weltregionen, wie Spannungen, Revolten oder Kriege, verkündet.

Jede Mission wird durch das Erfüllen von Erfolgsvoraussetzungen gewonnen, bei gleichzeitiger Vermeidung des Erreichens von Negativ-Kriterien. Einige Missionen werden erst nach der Bewältigung anderer Aufgaben freigeschaltet. Die Entwickler von „Projekt Erde – Wendepunkt“ verweisen darauf, dass die Reaktionen, die der Spieler mit seinen Maßnahmen auslöst, auf Basis von wissenschaftlichen Modellen eines Forschers der Universität von Oxford berechnet werden. Bei schwereren Missionen müssen recht viele Parameter beachtet werden, damit die Lösung gelingt. Dazu gibt es eine große Bandbreite an Aktionsmöglichkeiten, was dem Spiel ein ordentliches Maß an Komplexität gibt.

Eine Enzyklopädie zu problematischen und relevanten Themen hilft beim Verständnis der Grundlagen und Kausalitäten der globalen Ökologie und Ökonomie. Das Spiel ist wie eine relativ nüchterne Wirtschaftssimulation angelegt und verzichtet auf ausschweifende grafische Effekte. Katastrophen-Szenarien und Nachrichten werden in Standbildern verdeutlicht. Mithin ist das Spiel eher für kühle Strategen und Denker als für Action-Fans geeignet. Die Box-Version enthält das Basisspiel plus Migration-DLC, Verleugnung-DLC, ein Zusatzpaket, Update-Missionen "Überfluss" und "Tag der Erde" -jsz

