
PC-Adventure
Das Intro zum PC-Adventure „Zurück in die Zukunft – Das Spiel” (telltale games/Deep Silver) erinnert sehr stark an den Beginn des ersten gleichnamigen Kinofilms, bis hin zu Text- und Bild-Zitaten. Natürlich darf darin auch der berühmte Flux-Kompensator nicht unerwähnt bleiben. Doch dann verläuft die Handlung in eine andere Richtung: Einstein, der Hund des Wissenschaftlers Emmett „Doc“ Brown kehrt von einer Zeitreise im DeLorean nicht zurück, woraufhin auch der Doc sich in Luft auflöst. An dieser Stelle erwacht Marty McFly aus einem Traum und findet sich in Doc Browns Haus wieder, wo sein Vater gerade den Verkauf der Habseligkeiten des verrückten Wissenschaftlers vorbereitet.

Die einzelnen Charaktere sind auch in ihrer leicht comicartigen Erscheinungsform als Ebenbilder der Schauspieler aus den Filmen gut erkennbar. Auch Biff Tannen, der der traditionelle Widerpart der McFlys, ist gleich zu Beginn mit von der Partie. So fühlt man sich beinahe wie im Film, eben nur in einer ganz neuen Episode.
Als vor dem Haus der DeLorean des Docs mit Einstein auftaucht, findet Marty McFly eine Sprachaufzeichnung Emmetts, die darauf hinweist, dass der Doc in Schwierigkeiten steckt. Jetzt muss Marty noch herausfinden, in welchem Jahr der Doc feststeckt. Nach einigen Nachforschungen fährt McFly mit der Zeitmaschine ins Jahr 1931.

Schauplatz der Geschichte ist wieder einmal der vertraute Rathausplatz des Kleinstädtchens Hill Valley, wo der Spieler auf viele witzige und skurrile Charaktere trifft. Weil Marty den Doc aus dem Gefängnis befreien muss, ist er auf die Hilfe der jüngeren Version des Docs angewiesen. Dieser muss seinem Vater, dem Richter von Hill Valley, im Gericht helfen, er würde aber viel lieber als Wissenschaftler arbeiten. Immer wieder ergeben sich aus der Story Situationen, in denen Marty und der Doc vermeiden müssen, ihren eigenen Ichs über den Weg zu laufen, um das Zeit-Raum-Kontinuum nicht zu stören.
Witzige Dialoge, intelligente Querverweise innerhalb der Story und Figuren, die ihrem Verhalten in anderen Zeitaltern widersprechen, versprühen eine genial-humorvolle Atmosphäre, die auch eine Menge Spannung beinhaltet. Teilweise sind die spielbaren Sequenzen recht kurz, dafür gibt es lange Filmsequenzen. Wenn noch die deutschen Sprecher dieselben wie in den Filmen wären, wäre die Übertragung der „Zurück in die Zukunft“-Reihe ins PC-Adventure-Genre nahezu perfekt.

Ein kleines Manko ergibt sich aus dem Wechsel der Kameraperspektive, der dem Spiel zwar optisch Dynamik verleiht, aber auch gewöhnungsbedürftige Auswirkungen auf die Steuerung hat. Außerdem ist das Rätselniveau recht niedrig. Seinen Charme zieht das Spiel vor allem aus den Dialogen und Figuren.
Von Ende 2010 bis Mitte 2011 wurde „Zurück in die Zukunft – Das Spiel“ in fünf Episoden veröffentlicht. Nun gibt es alles komplett auf einer DVD. Für Fans der Spielfilmserie ein sehr vergnüglicher Zeitvertreib. -jsz
