Heimat der Heinzel
Foto: Thilo Schmülgen
Der beliebte Weihnachtsmarkt Heimat der Heinzel lädt zum fünften Mal in die Altstadt.
Wenn die Adventszeit beginnt, erstrahlt die Kölner Altstadt in romantischem Lichterglanz. Es duftet nach Glühwein, Punsch, gegrillten Bratwürsten, frischen Maronen und anderen winterlichen Leckereien. Rustikale Holzhütten in tfestlicher Beleuchtung und mit weihnachtlichem Schmuck verteilen sich kreuz und quer in den kleinen Gässchen zwischen Alter Markt und Heumarkt. Dazwischen laden gemütliche Plätze mit urigen Schankhäusern zum geselligen Verweilen ein. Die Vermutung liegt nahe, dass hinter diesem rustikal-weihnachtlichen Markt die fleißigen Heinzelmännchen stecken. Denn obwohl der Sage nach die neugierige Schneiderin die emsigen Helferlein aus Köln vertrieben hat, kehren sie seit 2008 jedes Jahr zur Weihnachtszeit zurück in die Kölner Altstadt und bezaubern die Besucher mit einem historischen Weihnachtsmarkt, der handwerkliche Tradition, märchenhaftes Ambiente und Gemütlichkeit vereint. Deshalb heißt der Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt auch „Heimat der Heinzel".
Neue Gassen und Stände
Zur besseren Orientierung auf dem stimmungsvollen Markt hat sich die Aufteilung in verschiedene Themengassen bewährt. Elf Gassen sind es insgesamt, die dem Markt sein ganz persönliches Flair verleihen. So gibt es neben der bereits bekannten „Antikgasse", der „Naschgasse" oder der „Goldgasse" diesmal auch zwei neue Gassen: die „Glitzergasse" und die „Futtergasse". Wie man sieht, lässt sich aus dem speziellen Namen der Marktgasse relativ schnell ableiten, worauf sich die jeweiligen Händler spezialisiert haben - das funktioniert wie einst bei den Zünften. Und es ist für jeden etwas dabei: ob antiker Weihnachtsschmuck, Räuchermännchen, Nussknacker, Wachskerzen, Adventskränze, Blechspielzeuge, Marionetten oder Weihnachtspyramiden. Überall kann man gucken, staunen, stöbern und den einen oder anderen Wunschzettel abarbeiten. Und weil so ein Bummel hungrig und durstig macht, gibt es für alle Naschkatzen in diesem Jahr auch wieder Stände mit köstlichen Leckereien. Neu sind zum Beispiel ein Lakritzstand mit 150 verschiedenen Sorten, manche speziell nur für Erwachsene, ein original zertifizierter Gewürz- und Teestand vom Nürnberger Christkindlmarkt und eine Holzofenbäckerei, die frisches Brot und Flammkuchen anbietet. An einem weiteren neuen Stand besteht außerdem die Möglichkeit, eine Spezialität aus Ungarn zu probieren: den rustikalen Baumkuchen „Baumstriezl". Doch auch das Handwerk kommt nicht zu kurz: Es gibt einen Stand mit Glaskugeln aus Thüringen, einen Bürstenmacher, mundgeblasene Heinzelkugeln für den Weihnachtsbaum und einen Tischler aus der Eifel, der Holz so dünn abzieht, dass er aus dem Holzblatt Lampenschirme formt. Ein weiteres neues Highlight: ein historischer Verkaufswagen, der eine Konditorei mit einer Kakaobar beherbergt und bunt bemalte Lebkuchenherzen sowie frische Schokoladenfrüchte serviert. Und auch für die Kleinen ist gesorgt: Neben herrlich duftenden Leckereien stehen vor allem „Gilbert", der Polizist aus napoleonischer Zeit, das antike Karussell und das Kinderriesenrad von 1920 bei den Pänz hoch im Kurs. Auch das Weihnachtspostamt mit eigener Heinzelmarke lässt Kinderherzen höherschlagen. Die Marken haben sich seit ihrer Premiere 2010 zu richtigen Verkaufsrennern und begehrten Sammlerobjekten entwickelt. Im letzten Jahr wurden fast 17.500 Marken verkauft. Der Gewinn fließt aber nicht in den Sparstrumpf der Heinzelmänner, sondern wird für einen guten Zweck verwendet.
Glockenklang und Lebkuchenduft
Gesang und Glockenklang gehören zur adventlichen Stimmung genauso dazu wie Glühwein und Lebkuchen. Das gilt auch in der „Heimat der Heinzel". Am Abend des 11. Dezembers wird den Besuchern ein musikalisches Schmankerl geboten: Der gelernte Glockenspieler Thomas J. Frank spielt auf den 48 bronzenen Glocken im alten Rathausturm Weihnachtsklassiker wie „Tochter Zion", „Jingle Bells" oder „Lasst uns froh und munter sein". Spätestens dann dürften alle so langsam in richtige Weihnachtsstimmung kommen. Zwei Tage später steht das Luciafest auf dem Programm. Ganz nach schwedischem Brauch zieht an diesem Abend die Lichterkönigin Lucia mit Gefolge durch die Gassen und singt traditionelle Weihnachtslieder. Die besondere Prozession sorgte schon in den vergangenen Jahren für eine märchenhafte Stimmung und Gänsehaut pur. Bereits am vierten Dezember findet das große „Weihnachtsmitsingen-Special" mit den Machern der „Loss mer singe"-Reihe statt. Ob Groß oder Klein, jeder, der will, darf auch mitmachen. Neben klassischen deutschen werden in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem Projekt „Weihnachten der Städtepartner - 2012: Köln - Barcelona" auch spanische Weihnachtslieder angestimmt. Na, dann kann das Fest ja losgehen, frohe Weihnachten oder, wie der Spanier sagt: Feliz Navidad!
Christian Voß
Heimat der Heinzel, Kölner Altstadt, noch bis zum 23.12., tägl. 11-22h,
www.weihnachtsmarkt-altstadt.de
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www.hafen-weihnachtsmarkt.de
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www.weihnachtsmarkt-stadtgarten.de
