Der Kölner Zoo lädt zur Langen Nacht im Aquarium.

Abends, wenn es dunkel wird ... dann geht bei der „Langen Nacht im Aquarium" im Kölner Zoo öfter mal das Licht an. Denn wer sagt, dass es im Zoo nur tagsüber Interessantes zu entdecken und erleben gibt? Nur weil es draußen nicht mehr hell ist, heißt das noch lange nicht, dass sich auch die Zoobewohner einfach schlafen legen. Deshalb sind die abendlichen Zoo-Events bei den Besuchern überaus beliebt und haben mit ihren Veranstaltungen längst eine treue Fan-Gemeinde, die dem Zoo zu später Stunde und nach offiziellem „Dienstschluss" gerne einen Besuch abstattet. Und auch in diesem Jahr dreht sich bei der „Langen Nacht im Aquarium" alles um die vielfältigen und exotischen Bewohner der nächtlichen Über- und Unterwasserwelt und die Kriech- und Krabbeltiere. Bis um Mitternacht werden den großen und kleinen Nachtschwärmern Einblicke in die Aquarien und Terrarien geboten, die sich sonst bei einem regulären Besuch nicht ergeben.

PantherchamäleonPanthercamäleon

Haariger Nervenkitzel!

Dabei ist auch für den nötigen Nervenkitzel und Gänsehautfaktor bestens gesorgt: Wer keine Angst vor haarigen Spinnen, zischenden Schlangen oder gar der tropischen Gespensterschrecke hat, der darf hier ruhig mal ganz eng auf Tuchfühlung gehen. Ein immer wieder gern gesehenes Highlight sind die Sonderfütterungen der „blutrünstigen" Piranhas oder der seltenen Philippinenkrokodile, wenn sie mit ihren scharfen Zähnen nach Nahrung schnappen und man dabei sein eigenes Händchen besser außer Reichweite halten sollte. Wesentlich ruhiger, aber keinesfalls weniger interessant dürfte die „Lupenstation" sein, die detaillierte und ungeahnte Einblicke in die Welt der kleinsten tierischen Bewohner gibt. So gibt es im Mikrokosmos eines Wassertropfens mehr zu entdecken, als man gemeinhin annimmt. Denn hier fühlen sich Wasserflöhe, Miniaturkrebse und die anderen Lebensgenossen besonders wohl. Wer es dann doch lieber wieder etwas aufregender mag, der sollte sein Glück beim „Schabenrennen" versuchen. Dabei können die „Wettbegeisterten" auf die flinkste Schabe tippen und ihrem Favoriten kräftig die Daumen drücken. An zahlreichen zusätzlichen Informationsständen gibt es darüber hinaus viel Wissenswertes über die Lebensweise von Haien, Krokodilen, Chamäleons und all den anderen exotischen Zoobewohnern zu erfahren.

Dem Hai ins Maul geschaut

Wer möchte und sich traut, der kann nicht nur die Besonderheiten einer echten Haihaut ertasten, sondern auch einem Hai ins Maul schauen oder die samtige Haut einer Schlange berühren. Zoomitarbeiter halten zudem Vorträge und stehen den neugierigen Besuchern Rede und Antwort. Während fachkundiges Personal lebende Fossilien vorstellt und Biologie und Verhaltensweisen der Lebewesen erläutert, können Kinder in der Fossilienkiste nach Haizähnen und Edelsteinen graben. Als ob die beleuchteten Aquarien und Lichtinstallationen nicht schon für genug Atmosphäre sorgen würden, können sich die Besucher in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem leckeren Cocktail in der Hand bei leiser Musik in die nächtlichen Wasserwelten eintauchen und sich von ihr verzaubern lassen.

Vom Rhein bis zum Riff

Das Aquarium des Kölner Zoos zeigt vom heimischen Rheinverlauf bis zum indopazifischen Korallenriff Ausschnitte verschiedener Gewässer und beheimatet eine mehr als stattliche Anzahl ihrer Bewohner. Die rund 70 geografisch angeordneten Aquarien haben ein Fassungsvermögen von 110 bis 77.000 Liter und sind Heimat für unzählige Fische, Amphibien und Wirbellose wie Anemonen, Korallen, Seesterne, Muscheln und Krebse. Zu den Großaquarien zählt das 20.000 Liter große „Tanganjikasee-Becken", das einen Einblick in die Artenvielfalt an Buntbarschen im Ostafrikanischen Grabenbruch gibt. In einem weiteren 20.000-Liter-Aquarium können die Besucher Korallenfische inmitten echter Korallen, aber auch Seeigel und Mördermuscheln bei ihrem Treiben beobachten. In den kleineren Becken tummeln sich die niedlichen Seepferdchen, die elektrischen Elefantenfische oder der noch gar nicht wissenschaftlich beschriebenen Ährenfisch aus Madagaskar. Ein weiterer Hingucker ist sicherlich das „Rheinpanorama", in dem die Fischarten gezeigt werden, die in den unterschiedlichen Flussabschnitten des Rheins zu finden sind.

Nachts im Terrarium

Im Terrarium gibt es bei Nacht ebenfalls viel zu entdecken: Sei es der bunte Pfeilgiftfrosch oder eines der wandelbaren Chamäleons, die sich in den rund 60 Terrarien neben vielen exotischen Amphibien und Reptilien tummeln. Eine Attraktion der besonderen Art ist ein Besuch beim erst kürzlich entdeckten Quittenwaran. Zahlreich vertreten sind auch die anmutigen Land- und Wasserschildkröten, die es neben verschiedenen Echsen-, Amphibien- und Giftschlangenarten in aufwendigen und artgerechten Terrarienlandschaften zu bestaunen gilt. Lohnend ist es auch, im Informationsbereich zum Naturschutzprojekt des Kölner Zoos in Vietnam vorbeizuschauen. Hier können einige neu entdeckte Amphibien- und Reptilienarten aus nächster Nähe beobachtet werden. In einer eigens dafür eingerichteten Amphibienzuchtanlage wird sich der Nachzucht seltener Frosch- und Salamanderarten angenommen.
Wer sich dieses nächtliche Treiben nicht entgehen lassen möchte, sollte sich schnell um Karten kümmern, da der Besucherandrang in den Vorjahren groß war. Tickets für die „Lange Nacht im Aquarium" sind im Vorverkauf u.a. am Besucherservice des Kölner Zoos erhältlich.
Christian Goetze

Lange Nacht im Aquarium, 19.11., 19-24h, Kölner Zoo, Karten unter www.koelnticket.de

 

Eisbar im AquariumEisbar im Aquarium